06.07.2019 Der aktivste Vulkan Sumatras (Tag 97)​​​​

Heute morgen fahren wir nach Brestagi. Wir haben uns Tickets für einen Touristenbus am Vortag im Hotel gebucht. Der Wecker klingelt bereits um halb sieben. Wir packen die restlichen Sachen ein und gehen frühstücken. Gegen kurz nach acht werden abgeholt und müssen noch etwa 15 Minuten bis zu einem Parkplatz laufen. Leider steht dort kein Bus sondern einer kleiner Van und wir gucken uns fragend an, wie dort sieben Leute samt der großen Gepäckstücke rein passen sollen. Nachdem der Fahrer mehrmals die Rucksäcke und Koffer in verschiedenen Reihenfolgen im Kofferraum gestapelt hat beschließt er, dass zwei Gepäckstücke aufs Dach müssen, obwohl dort weder Hacken oder Schienen zum befestigen sind. Leider trifft es unsere Rucksäcke, da diese die Größten sind und wir sind gespannt, wie er das Problem lösen will. Mit zwei Bändern werden die Rucksäcke leicht an den Haltegriffen im Innenraum festgezurrt und wir können nur hoffen, dass dies wirklich für die kommenden sechs Stunden hält.

Wir steigen alle ein und sitzen auf den beiden Rückbänken die eigentlich für insgesamt vier Leute ausgelegt zu sein scheinen mit sechs Leuten wie Hühner auf der Stange. Dies wird wohl nicht wirklich eine bequeme fahrt werden. Wir fahren durch verschiedene kleine Dörfer und kommen nach etwa drei Stunden am derzeit aktivsten Vulkan Sinabung vorbei. Dieser ist vor etwa drei Wochen das letzte Mal ausgebrochen und es kommt nahezu durchgehend Rauch aus dem Krater.

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Immerhin kommen wir ganz gut voran und erreichen nach ca. vier Stunden unser Hotel in der Stadt Brestagi, die auf ca. 1400 Metern liegt (Unterkunft Sapo Karo Rest Haus). An diesem Wochenende findet das Gubsu Buka Festival auch Fruit & Flower Festival genannt statt. Große Teile der Geschäfte in der Stadt sind mit Blumen geschmückt, es gibt Festwagen für eine Parade und einen Platz mit verschiedenen Ständen, Fahrgeschäften und einer großen Bühne. Im Grunde herrscht in diesen Tagen in der Stadt ein ziemliches Verkehrschaos und jeder ist unterwegs. Wir checken ein und können direkt auf unser Zimmer. Anschließend gehen wir in einem nahegelegenen Restaurant Mittagessen. Ein Mitarbeiter spricht sehr gut englisch, freut sich immer wenn Touristen vorbei kommen und kann uns ein paar Fragen zu Ausflügen, den Vulkanen und den Wasserfällen in der Umgeben beantworten. Dadurch bekommen wir tolle Insiderinfos, was man wie gut machen kann und wo die Preise liegen. Nach dem Essen gehen wir in die Stadt und laufen ein wenig durch die teilweise geschmückten Straßen.

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Wir erkundigen uns bei zwei Agenturen noch über Mögliche Touren und schlendern über den Platz mit der Bühne und den Ständen. Die vielen Blicke vermitteln uns den Eindruck, dass die Einwohner hier noch nicht wirklich oft Touristen gesehen haben und wir werden immer mal wieder nach Fotos gefragt. Da unser Internet in wenigen Tagen ausläuft müssen wir uns zeitnah ein Geschäft von unserem Anbieter suchen und sehen glücklicherweise sogar einen Stand auf dem Festivalgelände. Wir haben ein wenig mit der vollen Stadt und der Lautstärke zu kämpfen, wo es doch die letzten Tage am und im Dschungel ziemlich ruhig gewesen ist. So ganz richtig verstehen die Mitarbeiter leider nicht was wir wollen und laden ein falsches Paket auf. Eine Dame die an einem Stand wenige Meter entfernt arbeitet bekommt dies mit und versucht zu helfen. Nacht langem hin und her können wir uns einigen und die Dame fragt ob wir nicht ein paar Minuten Zeit für ein Foto hätten. Natürlich nehmen wir uns die Zeit, rechnen in diesem Augenblick aber noch nicht damit, dass wir verkleidet werden und etliche verschiedene Personen von dem Stand und auch viele die vorbei laufen gefühlt hunderte Bilder von uns machen.

Nach ein paar Minuten sind wir dann ganz froh, dass wir weiter gehen können und suchen uns noch ein Restaurant für das Abendessen.

Nach langer Zeit haben wir mit unser Restaurantauswahl nicht so gutes Glück, da erst falsche Getränke, dann noch die Gerichte in sehr großem Abstand kommen und eines davon nicht wirklich genießbar ist.

Da in der Stadt weiterhin noch ziemlich viel los ist, wollen wir eigentlich nur noch zurück ins Hotel. Dort angekommen, gehen wir duschen und machen uns fertig, da wir für den Ausflug am nächsten Tag früh aufstehen müssen.

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07.07.2019 Trek zum Vulkan (Tag 98)​​​​

Heute an unserem einzigen vollen Tag in Berastagi wollen wir gerne auf den Vulkan Sibayak hoch laufen und uns von dort den Sonnenaufgang ansehen. Wir haben nur etwa fünfeinhalb Stunden geschlafen und der Wecker klingelt bereits gegen 2.30 Uhr. Wir machen uns fertig, frühstücken und packen die letzten Sachen zusammen. Gegen halb vier machen wir uns dann zu Fuß auf die ca. 8 Kilometer lange Strecke auf den Weg. Das erste Stück führt uns noch durch ein paar zum Teil beleuchtete Hotel- und Wohnhausstraßen. Kurz danach beginnt die komplett dunkle Straße die durch den Wald und den angrenzenden Dschungel führt. Ein Glück haben wir unsere Stirnlampen dabei, ohne die man nun auch ziemlich aufgeschmissen wäre. Es geht etliche Male Berg auf und ab und gegen halb fünf kommen auch die ersten Einheimischen auf Rollern vorbei, die sich auch den Sonnenaufgang ansehen wollen. Immerhin wissen wir dadurch, dass wir wirklich die richtige Straße genommen haben.

Nach etwa anderthalb Stunden erreichen wir den Parkplatz, an dem wir uns auch Eintrittskarten kaufen und bis zu dem man auch problemlos mit dem Auto und dem Roller fahren kann. Diese sind mit 10000 IDR, was ca. 0,60 € entspricht ziemlich günstig. Direkt nach dem Ticketkauf wird die Straße ziemlich schlecht und ist übersehen von großen Löchern und ein Großteil des Belages fehlt. Hier kann man eigentlich nicht mehr wirklich mit dem Roller fahren und ist zu Fuß wesentlich besser unterwegs. Wir gehen weiter bergauf und langsam nehmen wir den ersten Schwefelgeruch wahr. In der Ferne können wir schon die ersten vulkanischen Gase hören, die aus dem Boden aufsteigen. Am und um den Vulkan übernachten am Wochenende viele Einheimische in Zelten, um sich am nächsten Morgen den Sonnenaufgang anzusehen. Dementsprechend sind wir nicht wirklich alleine und laufen mit einen anderen Menschen immer mehr den Vulkan bergauf.

Nach insgesamt knapp zweieinhalb Stunden Fußmarsch kommen wir auf der Spitze des Vulkans, der auf etwas über 2200 Metern liegt an. Der Himmel wird bereits langsam heller allerdings sehen wir bereits jetzt schon, dass ein Großteil des Himmels von Wolken bedeckt ist und wir höchstwahrscheinlich mit dem Sonnenaufgang kein Glück haben werden. Langsam dämmert es, allerdings ziehen immer wieder große Nebel- und Wolkenfelder über und durch den Vulkan, wodurch dieser immer wieder für längere Zeit in einer weißen Wand verschwindet. Man kann in den Gesichtern um uns herum ablesen, dass jeder darauf hofft, dass das Wetter besser wird. Fast zwei Stunden später kämpft sich die Sonne endlich mehr durch, schafft es die Wolken etwas zu verdrängen und wir haben endlich zumindest für ein paar Minuten die komplette Sicht über den Krater und die vielen Löcher aus denen das Schwefelgas aus dem Boden unter großem Druck aufsteigt. Einige Minuten später zieht zwar immer wieder die nächste Wolkenfront durch, aber immerhin schaffen wir es ein paar Fotos zu machen.

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Zwischenzeitlich wird das Wetter leider immer schlechter und wir rechnen schon damit, dass wir zeitnah absteigen müssen. Da wir allerdings weiterhin optimistisch auf besseres Wetter hoffen, warten wir im Gegensatz zu vielen, die bereits wieder nach unten laufen noch ein wenig und werden dann doch noch belohnt. Im Sonnenschein zeigt sich der komplette Vulkan Sibayak und auch in der Ferne der Vulkan Sinabung. Ein toller Anblick und eine schöne Belohnung für das frühe Aufstehen und den etwas länger als gedachten Aufstieg.

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Langsam laufen wir auch wieder bergab und schauen uns den Krater und die Löcher, aus den das Gas strömt, von nahem an und machen uns anschließen wieder auf den Rückweg. Wir laufen zurück zum Parkplatz, an dem wir uns die Eintrittskarten gekauft haben und nehmen von dort einen Localbus der uns zurück in die Stadt bringt. Wir bringen kurz die Rucksäcke zurück ins Hotel und gehen Mittagessen und einen leckeren Kaffee trinken.

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Wir sind gerade so pünktlich nach Hause gekommen, da es nun auch immer wieder anfängt zu regnen und man draußen nicht wirklich mehr was machen kann. Denn Nachmittag und Abend verbringen wir ein wenig mit der Campersuche in Neuseeland und für die Planung der restlichen Tage in Indonesien.

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