03.05.2019 Was ein Chaostag! (Tag 33)

Pünktlich um halb eins landen wir in Guanghzou. Wir laufen zum Gepäckband und hoffen, dass unsere Rucksäcke schnell da sind, damit wir so schnell wie möglich im Hotel ankommen und schlafen können. Unsere Rucksäcke sind aber natürlich die Letzten. Wir gehen hoch zur Abflughalle in der Hoffnung, dass ein Schalter geöffnet hat und wir unsere Rucksäcke wieder einchecken können. Leider ist hier aber alles geschlossen und so laufen wir zum Informationsschalter in die Ankunftsebene zurück um dort zu fragen, wo wir den richtigen Schalter für den Busshuttle finden. Dieser liegt glücklicherweise gleich nebenan und nach 20 Minuten kommt auch endlich das Shuttle und bringt uns zum Hotel.

Schnell gehen wir aufs Zimmer, machen uns fertig und gehen schlafen. Mittlerweile haben wir nur noch dreieinhalb Stunden bis der Wecker klingelt. Aber besser in einem Bett in einem Zimmer, als auf einer unbequemen Bank im Flughafen schlafen.

Der Wecker klingelt um halb sechs und wir machen uns schnell fertig. Wir bekommen vom Hotel noch ein Lunchpaket gestellt und fahren um sechs Uhr zurück zum Flughafen. Dort angekommen gehen wir sofort zum Checkin-Schalter und geben unsere Rucksäcke ab.

Anschließend gehen wir noch etwas an die „frische“ Luft und frühstücken. Adriano fällt auf einmal auf, dass er nur noch zwei Pässe und eine Bordkarte in der Hand hat. „Wo ist die Zweite?“, fragen wir uns. Wir müssen sie irgendwo verloren haben. Adriano geht sofort die Strecke zum Checkin-Schalter ab um die Boardkarte zu suchen. Nachdem er damit keinen Erfolg hat läuft er zum Informationsschalter und sieht dort gottseidank die Karte liegen. Jemand war so freundlich und hat sie dort abgegeben. Nachdem wir zu Ende gefrühstückt haben gehen wir zur Sicherheitskontrolle.

Scheinbar sind die Mitarbeiter heute besonders motiviert. Wir müssen jeden einzelnen Akku und jede Batterie rausholen und vorzeigen, alle elektrischen Geräte werden mehrfach gescannt und auch die restlichen Sachen im Rucksack, selbst die Brillen werden nochmal separat durchleuchtet. Wir sind nicht die Einzigen, die so genau durchsucht werden. Auch die anderen Passagiere müssen ihre kompletten Taschen ausräumen. Wir haben zwar schon von intensiveren Kontrollen in China gehört, in der Form haben wir das hier aber noch nicht erlebt. Wir kommen uns ziemlich veräppelt vor und sind froh, als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich gehen können.

Anschließend laufen wir zur Passkontrolle. Ein Mitarbeiter teilt die Passagiere auf die verschiedenen Schalter auf, sodass wir nicht am selben Schalter stehen. Adriano zeigt seinen Pass mit dem Visum und der Boardkarte vor und kann nach kurzer Zeit weiter gehen. Carina soll jedoch noch einen kleinen gelb-weißen Zettel vorzeigen, den sie aber gar nicht hat. Sie erfährt, dass sie diesen am Anfang des Bereichs findet und sie diesen ausfüllen muss.

Etwas verwirrt geht sie dort hin, füllt den Zettel, indem sie ihren Namen, Geburtsdatum, Passnummer und Flugnummer eintragen muss aus und sieht beim zurück gehen, dass mittlerweile eine riesen Schlange an der Passkontrolle ist. Gottseidank hat der Mitarbeiter, der die Personen auf die einzelnen Schalter aufteilt mitbekommen, dass sie diesen Zettel nachträglich ausfüllen muss und schickt sie direkt nach vorne. Endlich kann auch Carina durch die Passkontrolle gehen und wir laufen Richtung Gate.

Dort angekommen sehen wir, dass das Boarding (welches eigentlich erst in fünf Minuten beginnen sollte) schon angefangen hat und grade die letzten paar Menschen durch gehen. Na super. Eigentlich wollten wir uns noch Wasser nachfüllen. Daraus wird nun nichts. Wir legen unsere Boardkarte vor und müssen uns anschließend in den überfüllten Bus quetschen, der uns zum Flugzeug bringt. Da wir direkt an der Tür stehen sind wir die Ersten, die aussteigen und zum Flugzeug laufen. Wir gehen die Treppe hoch und sind die Ersten im Flieger. Wir wundern uns, warum die Mitarbeiter am Gate so einen Stress gemacht haben, dass wir uns beeilen sollen und starten überpünktlich nach Kathmandu.

Die Zeit im Flieger vergeht wieder ziemlich schnell und so kommt irgendwann die Durchsage, dass wir uns im Landeanflug nach Kathmandu befinden. Wir freuen uns, gleich in unserem zweiten Land unserer Weltreise anzukommen. Wir befinden uns im Landeanflug, doch die dunklen Wolken die wir sehen, versprechen nichts Gutes.

Etwa zehn Minuten später kommt eine weitere Durchsage, dass wir Turbulenzen haben. Dann geht es auch schon los und wir merken die ersten kleinen Luftlöcher und spüren, wie das Flugzeug wackelt. Auf einmal fühlt es sich so an als wären wir im „freien Fall“. Das Flugzeug fällt ab und wir haben das Gefühl, dass wir auf einmal viel an Höhe verloren haben.

„Oh Gott. Was war das denn?“, wir schauen aus dem Fenster und sehen die noch dunkler gewordenen dichten Wolken um uns herum. Dann sacken wir wieder ab und die Menschen fangen teilweise an zu schreien. Wieder fühlen wir uns für einen Moment, als ob wir im Freefall Tower im Freizeitpark sitzen würden. Carina kann nicht mehr anders und fängt an zu weinen. Wir sind mittlerweile beide nassgeschwitzt, das Herz rast vor Aufregung und die Hände zittern.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und etlichen Rüttlern landen wir endlich. Wir waren noch nie so froh, endlich wieder festen Boden unter unseren Füßen zu haben.

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Wir hoffen, nun schnell unser Visum zu bekommen und anschließend die Person, die uns abholen soll problemlos zu finden. Im Gebäude angekommen füllen wir die zwei Formulare aus, die wir für das Visum benötigen. Anschließend gehen wir zum Schalter, um dieses zu bezahlen. Wir sagen, dass wir gerne mit Kreditkarte zahlen möchten und werden mit großen Augen angeguckt und gefragt, wieso wir kein nepalesisches Bargeld haben. Wir sagen, dass wir doch grade erst gelandet sind. Daraufhin sollen wir an der Seite warten, bis ein anderer Mitarbeiter kommt und wir mit Karte zahlen können.

Fünf Minuten später können wir dann zum Schalter gehen, wo uns das Visum ausgestellt wird. Wir warten und warten und warten, nach einer halben Stunde geht Adriano an den anderen Wartenden vorbei und fragt den Mitarbeiter, weshalb es nicht weiter geht. Dieser sagt ihm, dass es zur Zeit technische Probleme gibt und die Computer nicht funktionieren. Auf die Idee, dies mal der wartenden Menschenschlange vor ihm zu sagen ist er leider nicht gekommen.

Also gehen wir zu einem anderen Schalter in der Hoffnung, dass es nun endlich voran geht. Natürlich muss genau jetzt die Schicht des Mitarbeiters zu Ende sein und so dauert es erst mal, bis sich der Neue sortiert hat.

Dieser benötigt ca. zehn Minuten pro Pass und dementsprechend geht es nicht wirklich schnell voran. Gottseidank gibt es wenigstens WLAN und so schreiben wir unserer Agentur, dass wir bei der Einreise länger brauchen und die Person, die uns abholt bitte auf uns warten soll.

Irgendwann sind wir dann endlich an der Reihe. Adriano gibt seinen Pass, die ausgefüllten Zettel und ein Passbild ab und erhält, nachdem der Mitarbeiter seine Zettelwirtschaft vor ihm mehrfach durchgesucht hat seinen Pass mit dem Visum zurück. Adriano schaut sich dieses an und sieht, dass das falsche Visum eingeklebt wurde. Wir haben für ein 30 Tage Visum bezahlt, in seinem Pass klebt aber nun ein Visum für 15 Tage. Wir sagen dies dem Mitarbeiter, der leicht patzig wird und fest davon überzeugt ist, dass wir ein 15 Tage Visum bezahlt haben. Wir zeigen ihm unsere Quittung. Nun ist er kurz sprachlos und versucht sich anschließend raus zureden. Er klebt ein neues und diesmal richtiges Visum in den Pass und nimmt anschließend Carinas Dokumente. Bei Carina verliert er zwischenzeitlich auch noch das Passbild und gibt ihr weder die Quittung für ihr Visum, noch die Boardkarte zurück,

Dies fällt ihr nachträglich, kurz vor der Gepäckausgabe ein und so geht sie nochmal zurück und holt die Zettel. Wir fragen uns, wie dieser Mensch an den Job gekommen ist. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt.

Bevor wir an unsere Rucksäcke kommen müssen wir durch eine Sicherheitskontrolle. Die Rucksäcke liegen mittlerweile zusammen mit Anderen auf dem Boden neben dem Gepäckband. Wir haben nun schon über zwei Stunden gebraucht und sind heil froh, dass wir die Person, die uns abholen soll beim herausgehen aus dem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden.

Der Start in Nepal hat nicht wirklich gut begonnen und zur Krönung des Tages regnet es mittlerweile wie aus Eimern. Wir fahren endlich zu unsere Unterkunft und bekommen einen ersten Eindruck von dem wuseligen Treiben in Kathmandu. In der Unterkunft (Elbrus Home) angekommen werden wir sehr herzlich empfangen und wir können sofort aufs Zimmer. Wir legen unsere Rucksäcke ab und machen uns auf dem Weg zur Agentur, bei der wir den Trek zum Basecamp gebucht haben. Wir haben unsere Vorbesprechung mit dem Chef der Agentur, klären alle noch offenen Fragen und wir fühlen uns sehr wohl und gut aufgehoben. Anschließend laufen wir noch durch Kathmandus verwinkelte Straßen, holen uns ein SIM Karte und gehen sehr lecker essen.

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Wir können von dem leckeren Knoblauch-Naan, welches wir uns als Beilage dazu bestellt haben gar nicht genug bekommen und bestellen noch ein Zweites. Danach kaufen wir noch ein paar Sachen ein und laufen zurück zum Hostel. Dort angekommen gehen wir duschen und fallen völlig k.o. ins Bett.

04.05.2019 Kathmandu entdecken (Tag 34)

Heute wollen wir durch Kathmandu laufen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen. Wir stehen auf, machen uns fertig und gehen frühstücken. Wir haben das Frühstück hier inklusive und können dies im schön angelegten Garten genießen.

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Anschließend packen wir unseren Rucksack für den Tag und gehen los. Als Erstes möchten wir zum Durbar Square laufen. Wir gehen aus unserer Unterkunft auf die Straße und haben eine einzige Staubwolke vor uns. Das erste Mal auf unserer Reise entscheiden wir uns dafür, einen Mundschutz aufzusetzen. Wir gehen immer geradeaus, durch die kleinen wuseligen Gassen und kommen an unserem ersten Ziel für heute an. Wir kaufen uns die Eintrittskarten (1000 nepalesische Rupien, ca. 7,92€ p.P.) und betreten die Anlag.

Der Komplex wurde zwischen dem 12 und 18 Jahrhundert gebaut, wobei das Meiste, was wir heute noch erkennen können aus dem 17. Jahrhundert stammt. Hier haben bis zum frühen 20. Jahrhundert die Könige gelebt und wurden dort gekrönt. Die meisten Gebäude sind im Pagodenstil gebaut und es gibt sowohl hinduistische als auch buddhistische Elemente.

Wir schauen uns die Anlage an und uns fällt schnell auf, dass hier sehr viele Risse in den Gebäuden sind und vieles mit Stützbalken aufrecht gehalten wird. Wir erfahren, dass dies die Auswirkungen der beiden starken Erdbeben 2015 sind und sehen, dass ein Teil zur Zeit restauriert und repariert wird.

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Im Ticketpreis enthalten ist auch ein Musem, in dem es zum Großteil um die Erdbeben 2015 und deren Auswirkungen geht. Nach ca. eineinhalb Stunden verlassen wir den Durbar Square und suchen uns im Internet ein Lokal, wo wir eine Kleinigkeit essen können. Leider ist dies heute geschlossen und so suchen wir uns eine Alternative. Nachdem wir auch hier vor verschlossener Tür stehen entschließen wir uns dafür, zu dem Lokal zu gehen, in dem wir gestern essen waren. Doch auch dies hat zu. Wir haben schon Angst, nichts gutes zu finden und sehen dann durch Zufall im Internet ein sehr gut bewertetes Lokal, welches heute offen sein soll.

Nach ein paar Minuten sind wir endlich angekommen und es ist tatsächlich geöffnet. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich und bestellen uns MoMos (gefüllte Teigtaschen), Dal Baht und einen weiteres lokales Gericht. Dazu gönnen wir uns ein frischen Bananenlassi.

Das Essen schmeckt sehr lecker und so machen wir uns gut gestärkt und zufrieden auf dem Weg zum Swayambhunath, auch Affentempel genannt. Es vergehen ca. 30 Minuten bis wir ankommen. Sofort können wir die vielen Rhesusaffen sehen, durch die die Tempelanlage auch den Namen Affentempel hat.

Wir gehen die 362 Stufen Richtung Stupa auf den Hügel nach oben und kaufen uns oben angekommen die Eintrittskarten (200 nepalesische Rupien, ca. 1,60€ p.P.). Der Tempel ist einer der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt und hat sowohl buddhistische als auch hinduistische Elemente. Die inneren Bauten des Tempels sind etwa 2500 Jahre alt. Auch diese Tempelanlage wurde bei dem schweren Erdbeben 2015 schwer beschädigt, die große weiße Stupa blieb jedoch unbeschadet.

Wir gucken uns die Tempelanlage an und haben einen sehr schönen Blick über Kathmandu. Die Sonne strahlt und leuchtet die weißen Gebäude mit den goldenen Verzierungen sehr schön an.

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Nach ca. eineinhalb Stunden machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Wir holen uns noch etwas Proviant und etwas Equipment für den Trek und laufen zum Hotel. Dort angekommen gehen wir duschen und schreiben an unserem Blog. Wir merken, dass der Tag doch recht anstrengend gewesen ist und gehen schlafen.

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