Es gibt verschiedene Möglichkeiten um eine Auszeit mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.

Die erste Möglichkeit ist die des Sabbaticals.

Sollte man sich dafür entscheiden, gibt es hier unter anderem folgende Möglichkeiten wie:

Arbeitszeitkonto, in dem alle Überstunden landen. Damit baut man diese dann im Rahmen eines Sabbaticals ab.

Sabbatical durch Lohnverzicht: man arbeitet die freigestellte Zeit vor. Das bedeutet, dass man zwar weiterhin zu 100 Prozent arbeitet, aber je nachdem in welcher Zeitspanne man „vorabreiten“ möchte, lediglich ein Teil des Lohns bekommt.

Beispiel:

Zwei-Jahresmodell:

Ein Jahr lang arbeitet man als Vollzeitkraft, das Gehalt bekommt man jedoch nur zu 50 Prozent. Das zweite Jahr ist man komplett frei gestellt und man erhält monatlich die im Jahr zuvor angesparten 50 Prozent.

Vier-Jahresmodell:

Drei Jahre arbeitet man als Vollzeitkraft, das Gehalt beträgt 75 Prozent. Das vierte Jahr ist man komplett frei gestellt und man erhält monatlich die zuvor in drei Jahren angesparten 75 Prozent.

Man ist über das Jahr weiterhin fest angestellt und kehrt danach wieder in das Unternehmen zurück.

Der sehr große Vorteil dieses Modells ist, dass man im Jahr der Freistellung weiterhin sozialversichert ist und unter anderem weiterhin in die Rentenversicherung einzahlt .

Das Modell kann man sehr individuell (natürlich je nach Arbeitgeber) unterschiedlich gestalten, je nachdem auf wie viel Geld man verzichten kann/möchte und wie viel Zeit man noch bis zur Freistellung benötigt.

Allerdings sollte man bedenken, dass dieses Modell nicht von jedem Arbeitergeber unterstützt wird. Es besteht auch kein genereller Anspruch darauf und es ist nicht garantiert, dass man nach dem Sabbatical wieder zurück in die alte Position und in die gleiche Abteilung kommt. Solche Details sollte man in jedem Fall vorher unbedingt mit seinem Arbeitgeber besprechen.

Die zweite Möglichkeit ist der unbezahlte Urlaub.

Hier wird man für einen vereinbarten Zeitraum freigestellt (beträgt die Freistellung länger als ein Monat spricht man von einem ruhenden Arbeitsverhältnis), bekommt jedoch kein Gehalt ausgezahlt. Man lebt also nur vom Ersparten. Sehr wichtig zu bedenken ist, dass aufgrund des fehlenden Einkommens auch keine Sozialabgaben wie Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Diese können ggf. selbst abgeführt werden, damit z.B. später keine Abzüge bei der Rente zu befürchten sind. Letztendlich muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Die dritte Möglichkeit ist die Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Möchte man auf unbestimmte Zeit reisen, ist man sich nicht sicher, wo man nach der Reise landen möchte (egal ob beruflich oder örtlich) oder möchte man sowieso seine Wohnung aufgeben und seine Möbel verkaufen um unabhängiger zu sein, kann man natürlich den Schritt gehen und das Arbeitsverhältnis beenden.

Für welche Variante haben wir uns entschieden?

Wir haben uns dann natürlich sehr schnell die Frage gestellt, welche Variante bei uns wohl am besten passen würde.

Komplett kündigen kam eigentlich nicht in Frage, da dies tatsächlich für uns die allerletzte Option gewesen ist und wir nach dem Jahr erst einmal zurück in unsere Wohnung und in unser „altes“ Leben wollen.

Am attraktivsten war uns das Modell des Sabbaticals, bei dem wir auf ein Teil unseres Lohns verzichten und „vorarbeiten“. Bei Carina war dies ziemlich einfach, da bei ihrem Arbeitgeber dieses Modell schon des Öfteren genutzt worden ist. Sie konnte sich sogar schon einen Vordruck für einen Antrag auf der Firmenseite ausdrucken.

Es war dennoch sehr aufregend, den Antrag auszufüllen, einen Termin bei ihren Vorgesetzten zu vereinbaren und ihre Leitungen über ihr Vorhaben aufzuklären. Sie hat sich ausgiebig auf den Termin vorbereitet, sich ganz genau überlegt was sie sagen möchte, um ihre Vorgesetzten davon zu überzeugen und dann… ja dann war alles total entspannt und der Antrag wurde ohne zu zögern genehmigt. Sie haben sich dann noch ein bisschen über die Dinge, die wir während unserer Auszeit vorhaben unterhalten und gemeinsam vom Reisen geträumt. Ein riesiger Stein ist ihr vom Herzen gefallen und sie hätte am liebsten Luftsprünge gemacht. Sie konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen und der anschließende Arbeitstag war der bisher beste ihres Lebens.

Bei Adriano war das ganze schon etwas schwieriger. Auch er bat um ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten, um diese von seinem Vorhaben in Form eines Sabbaticals zu überzeugen. Doch in seiner Firma war das Modell des Sabbatical bisher nicht bekannt. Leider bekam er dazu keine klar Auskunft und wurde erst einmal vertröstet. Letztendlich hieß es leider, dass das Modell eines Sabbaticals nicht möglich sei.

Die erste große Enttäuschung. Was nun ?

Was machen wir nun am besten ? Naja, wenn ein Sabbatical nicht möglich ist dann halt eine Freistellung, ein ruhendes Arbeitsverhältnis.

Mit der Idee eines ruhenden Arbeitsverhältnisses vereinbarte er einen neuen Termin mit seinen Vorgesetzten. Wieder musste er Versuchen seinen Chef von dem neuen Vorhaben zu überzeugen. Nach etwas Überlegungszeit war er endlich da… der Moment… in dem sich Adriano aus dem Büro seinen Chefs die Vereinbarung über das ruhende Arbeitsverhältnis für ein Jahr abholen konnte.

Adriano kam nach Hause, grinste über beide Ohren, wir lagen uns in den Armen und wussten, die erste große Hürde ist geschafft. Der erste große Schritt hin zu unserem großen Traum ist gemacht.

Wir haben nun ein Datum für den Start für unseren Weltreisetraum. Der Traum entwickelt sich so langsam zur Realität. Am 01.04.2019 geht es los.

Jetzt kann es mit der Planung weiter gehen.

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