12.04.2019 Ein Tag im Regen (Tag 12)

Der Wecker klingelt um 8 Uhr. Heute geht es weiter nach Luoyang zu den Longmengrotten. Wir frühstücken und packen die letzten Sachen in unsere Rucksäcke. Der Besitzer des Hostels ist so nett und bringt uns um 9 Uhr zum Bahnhof. Nach einer einstündigen Zugfahrt am Bahnhof angekommen, suchen wir den Ticketschalter um uns das Zugticket nach Chengdu zu kaufen, wo wir in zwei Tagen hin fahren.

Mit den neuen Zugtickets im Gepäck fahren wir mit dem Bus zu unserer Unterkunft (The capsule of my house luoyang). Diese ist in einer Seitenstraße gelegen, in der wir wahrscheinlich bei Nacht nicht rein gelaufen wären. Dort angekommen werden wir sehr freundlich begrüßt, die Besitzerin spricht sogar etwas englisch. Sie zeigt uns unser Zimmer welches leider im vierten Stock gelegen ist. Mit den schweren Rucksäcken bepackt war der Weg zum Zimmer in dem engen Treppenhaus mit den schmalen Stufen nicht ganz einfach.

Im Zimmer angekommen sind wir sehr positiv überrascht, das Zimmer ist hell und sauber. Wir haben sogar einen separaten Raum wo wir uns hinsetzen könnten. Wir machen uns etwas frisch, kaufen uns Proviant für den Tag und steigen in den Bus, der uns zum white horse Tempel bringen soll.

Wir haben Glück, dass wir noch in den Bus rein kommen, da dieser schon sehr voll ist. Bei den darauf folgenden Stationen wurden schon keine Leute mehr rein gelassen. Wir hoffen, dass es im Bus schnell leerer wird, da wir eine Stunde Fahrt vor uns haben. Leider haben wir kein Glück und es bleibt bis zum Ende so voll. Unglücklicherweise fängt es kurz, nachdem wir los gefahren sind auch noch an zu regnen und so kommen wir etwas genervt am Tempel an. Der white horse Tempel ist der erste buddhistische Tempel in China. Knut hat sich schon wieder in Carinas Jacke verkrochen. Eine Regenjacke hat er nicht eingepackt. Wir kaufen uns die Tickets (35 Yuan, ca. 4,60€ p.P.) und gehen durch den Eingang.

Der Tempel ist sehr voll und wir sind etwas enttäuscht vom ersten Bereich. Der Tempel ist recht farblos und einfach gestaltet, in einigen Gebäuden sind Bilder und Skulpturen zum Verkauf ausgestellt, die aus unserer Sicht nicht wirklich was mit dem Tempel zu tun hatten. Außerdem sind die anderen Besucher sehr laut und rücksichtslos und das schlechte Wetter hilft auch nicht wirklich zur Stimmungsaufhellung bei.

Wir haben den Tempel eigentlich schon abgeschrieben, kommen dann aber in den neueren Bereich. Dieser wurde erst nach der Jahrtausendwende hinzugefügt und zeigt wichtige touristische Heiligtümer aus Thailand, Myanmar und Indien, welche die gute kulturelle Kooperation mit China unterstreichen soll. Hier ist alles hell gestaltet. Die Gebäude sind weiß und die Ränder und Dächer sind mit Gold verziert. Unsere Laune steigt sofort und wir genießen die Abwechslung.

White horse Tempel Luoyang China

Wir schlendern durch die Tempelanlagen und gehen nach insgesamt zwei Stunden zurück zum Bus. Dieser ist ähnlich voll wie auf der Hinfahrt. Leider kommen wir nicht weit, denn nach ca. 20 Minuten fällt der Motor aus und wir kommen nicht weiter. Da der nächste Bus wahrscheinlich auch so voll sein wird und erst mal nicht kommt, finden wir nach ca. 20 weiteren Minuten eine passende Alternativverbindung und steigen in einen anderen Bus ein. Nach insgesamt knapp zwei Stunden kommen wir leicht genervt und durchgefroren im Hostel an. So haben wir uns den Tag eigentlich nicht vorgestellt. Wir wärmen uns kurz auf und machen uns auf die Suche nach etwas leckerem zu Essen. Auf dem Weg schlendern wir noch durch eine schmale Straße die voll mit Verkaufs- und Essensständen ist. Es gibt auf den 300 Metern Straße ungefähr 10 Friseure 😀 Wir finden ein gut besuchtes Lokal und zeigen mit dem Finger auf irgend ein Bild, das uns anspricht. Was wir da wohl bestellt haben ? Das Essen kam super schnell und dampfte noch richtig. Wir fangen beide an zu grinsen. Man sieht das lecker aus.

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Es schmeckt noch besser als es aussieht und wir freuen uns, dass der Tag mit einem so leckeren Essen zu Ende geht. Wir kaufen uns auf dem Rückweg noch etwas zum Frühstücken und Proviant für den nächsten Tag, gehen duschen und ins Bett.

13.04.2019 Grotten längst vergangener Zeit (Tag 13)

Heute haben wir unseren einzigen vollen Tag in Luoyang und es geht zu den Longmen Grotten. Diese zählen zu den vier berühmtesten buddhistischen Grotten Chinas. Der Bau begann im Jahr 493 und dauert über 400 Jahre. Es gibt hier über 2300 Nischen mit über 100.000 Buddha Figuren. Die größte Figur ist über 17 Meter hoch und die kleinste lediglich 2 cm.

Nach dem Frühstücken nehmen wir uns etwas Zeit, suchen uns einen Flug mit dem es in der kommende Woche von Zhangjiajie nach Shanghai gehen soll und finden erfreulicherweise ein gutes Angebot welches wir gleich buchen. Wir packen unseren Rucksack fertig und machen uns auf dem Weg zum Bus, der uns zu den Longmen Grotten bringt. Nach ca. 15 Minuten Fahrt kommen wir direkt vor dem Eingang an und kaufen uns das Ticket (90 Yuan p.P. ca. 12 EUR). Am heutigen Samstag sind auf jeden Fall wesentlich mehr Menschen unterwegs als bei den Sehenswürdigkeiten in den letzten Tagen.

Wir gehen durch die Sicherheitskontrolle und schieben uns mit der Menschenmenge in Richtung der ersten Grotten. Dort angekommen sehen wir, dass es so voll ist, das die Schlange auf der Treppen gar nicht mehr weiter nach oben läuft und wir entscheiden uns dazu erst einmal weiter zum zweiten Bereich zu laufen. Dort angekommen gehen wir die Treppe nach oben und sehen die ersten Nischen in denen noch Buddha Figuren und Reste davon zu sehen sind. Bei Einigen sind wir überrascht, wie gut die Details trotz ihres Alters noch erhalten sind.

Longmen Grotten Luoyang China

Über verschiedene Wege erreichen wir weitere verschieden große Höhlen und Nischen mit weiteren Figuren und farblich verzierten Decken und Wänden. Über eine Brücke gelangen wir über den Fluss. Auf der anderen Seite können wir das erste Mal die Größe der gesamten Grotten sehen. Bevor wir weiter gehen lassen wir das Bild der von der Sonne angestrahlten Grotten auf uns wirken.

Longmen Grotten Luoyang China

Auch auf der anderen Flussseite erreichen wir über Treppen weitere Grottenteile und am Ende eine Tempelanlage, die am Berg gebaut worden ist. Bei dem letzten Teilbereich besichtigen wir noch eine Gartenanlage. Danach geht es über eine weitere Brücke wieder zurück zur anderen Seite des Flusses Richtung Ausgang. Dort angekommen laufen wir zurück zum Bus und fahren zum Hostel. Wir beschäftigen uns die nächsten zwei Stunden mit dem Aussortieren von Bildern und Videos. Spontan entscheiden wir uns dazu in dem gleichen Restaurant wie am Vorabend essen zu gehen. Dort angekommen sucht sich jeder dieses mal ein anderes Bild aus. Wir hoffen beide, dass wir damit eine ähnlich gute Entscheidung wie am Vorabend getroffen haben und es genauso gut schmecken wird. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht und laufen gut gesättigt zurück zum Hotel. Nach dem Duschen gehen wir frühzeitig schlafen da am nächsten Tag die sechsstündige Zugfahrt von Luoyang nach Chengdu ansteht und unser Wecker um sechs Uhr klingelt.

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