19.02.2020 Auf ins kolumbianische Hochland (Tag 326)​

Gegen halb sieben klingelt der Wecker, da wir Cartagena am heutigen Tage bereits wieder verlassen um in das kleine in den Bergen gelegene Dorf Minca in der Nähe von Santa Marta zu fahren. Wir haben am Vorabend ein gutes Angebot bekommen, wo uns der Bus am Hostel abholt und direkt bei den Kollektivbussen in Santa Marta absetzt, sodass wir nicht erst mit dem Taxi von unserem Hostel eine Stunde mit dem Bus oder Taxi zum Busterminal in Cartagena und in Santa Marta auch mit dem Taxi zu den Kollektivbussen fahren müssen. Einen Großteil der Zeit fahren wir an der Küste entlang. Es geht durch die Küstenstadt Barranquilla und wir sind beide erschrocken darüber, wie unglaublich dreckig die Stadt ist. Auf den Straßen, am Straßenrand, vor den Hauseingängen und vor allem in den Flüssen stapelt sich der Müll und man hat fast das Gefühl, dass sich in den Flüssen mehr Müll als Wasser befindet. Ähnliche Zustände haben wir bisher nur in Cairo in Ägypten und in Kathmandu in Nepal, aber noch nicht in Südamerika gesehen. Das nächste Stück verläuft die Straße über eine Landzunge wo man vielleicht fünfzig Meter von der Straße entfernt das Meer und auf der anderen Seite mit Salzwasser gefüllte Becken sehen kann. Bis zur Innenstadt von Santa Marta sind es keine zwanzig Kilometer mehr, als der Fahrer auf einmal an einer Tankstelle im Nichts anhält. Ein Mann kommt auf den Bus zu und sagt von hier geht es nach Minca. Der Abfahrtsort und der Preis passt aber überhaupt nicht zu dem was uns in der Unterkunft gesagt worden ist und was wir im Internet nachgelesen haben. Wir versuchen mit dem Busfahrer und dem Mann teilweise über den google Übersetzer zu klären, das dies hier nicht der richtige Abfahrtsort ist, der Preis nicht stimmt und man uns versprochen hat uns zu den Kollektivbussen zu fahren wo man auch ein offizielles Ticket kauft. Vier andere Gäste aus unserem Bus lassen sich auf die seltsame Geschichte ein und steigen aus, wir weigern uns aber an irgendeiner Tankstelle bei irgendjemanden wo wir nicht wissen wo er her kommt einzusteigen.

Es geht dann in die Stadt bis zum Bürositz des Busunternehmens. Ohne weitere Worte machen wir uns auf den Weg zum richtigen Abfahrtsort, den wir in der Zwischenzeit im Internet gefunden haben. Wiedermal haben wir den Gedanken, nur weil wir Touristen sind, sind wir nicht ahnungslos und lassen uns nicht veräppeln oder „abzocken“. Seid dem gestrigen Abend entdecken wir immer mehr Stiche, welche wir scheinbar beim Zelten auf der Isla Grande bekommen haben. Die Füße sind schon richtig geschwollen und der Juckreiz kaum auszuhalten. Auf dem Weg zur Haltestelle kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein, da uns Duschbad, Deo und Creme langsam ausgehen und es in Minca keine Supermärkte gibt. Auch machen wir noch bei einer Apotheke halt um dort etwas gegen den Juckreiz und eine große Flasche Mückenspray zu kaufen.

Mit dem nächsten Kollektivo geht es dann in einer guten Dreiviertelstunde in das kleine Bergdorf Minca. Unser Hostel erreichen wir in gut fünf Minuten Fußweg und können gleich aufs Zimmer. Gefühlt ist es auf fünfhundert Meter Höhe genauso Warm und drückend wie an der Küste und wir hoffen sehr, dass es sich wirklich etwas zur Nacht abkühlt. Als erste Maßnahme cremen wir uns mit der Lotion gegen den Juckreiz ein. Dabei versuchen wir die Stiche zu zählen. Bei Adriano haben wir nach unglaublichen 250 Stichen aufgehört zu zählen. Carina hat gottseidank nur einen Bruchteil davon. Die Creme hilft gottseidank recht schnell und wir sprühen uns anschließend noch mit Mükenspray ein.

Minca mit Sicht auf Santa Marta und die Küste Kolumbien

Auf noch mehr Stiche haben wir wirklich keine Lust. Die nächsten Stunden entspannen wir ein bisschen auf unserer Terrasse mit Sicht auf das Tal, die Stadt Santa Marta und die Küste und beschäftigen uns mit den Ausflugsmöglichkeiten in Minca. Zum frühen Abend laufen wir in das Dorf und erkunden, was es in den wenigen Straßen an Geschäften und Restaurants gibt. Schnell sehen wir, dass der Tourismus hier erst vor einigen Jahren angekommen ist, da die Drogenkartelle das kleine Dorf bis 2014 noch kontrolliert hatten. Alle sind aber super freundlich und überhaupt nicht aufdringlich, wie man es sonst von Dörfern und Städten kennt, in denen es mit der Zeit immer mehr Touristen gibt. Wir finden ein niedliches und gemütliches Restaurant, welches sogar eine Terrasse hat von der man ein bisschen den Sonnenuntergang sehen kann. Wir essen lecker zu Abend, probieren sogar noch eine spannende Bierkombination mit Limettensaft und einem Salz- und Chillirand am Glas. Es ist zwar eine spannende Kombination, aber wir sind nicht so doll begeistert, dass wir es uns noch einmal bestellen würden. Den restlichen Abend arbeiten wir auf der Terrasse des Hostels mit Sicht auf die beleuchtete Stadt Santa Marta.

20.02.2020 Zwischen Wasserfällen und Kaffeeplantage (Tag 327)

Unser erster Tag in Minca beginnt. Unser Frühstück genießen wir auf der Terrasse mit einer tollen Aussicht Richtung Santa Marta. Heute Morgen ist es auch nicht so diesig und wir können sogar komplett das Meer und die kleinen Inseln erkennen. Wir haben uns zwar grob mit den Ausflugsmöglichkeiten in Minca beschäftigt, haben uns aber bis heute Morgen noch nicht ganz entschieden was wir machen möchten. Nach dem Frühstück studieren wir noch den ein oder anderen Blog im Internet, was sich wirklich lohnt und was nicht. Da es ja am Vortag zum Nachmittag wolkiger und diesiger geworden ist, lassen wir Garry fliegen und machen uns danach auf dem Weg zum bekannt Poza Azul Wasserfall.

Frühstück mit Sicht auf Sant Marta von Minca Kolumbien
Minca Hochland Kolumbien

Der Weg zum Wasserfall ist zwar ziemlich staubig, da uns auch ziemlich viele Touristenbusse die den Sand aufwirbeln entgegen kommen, aber sonst ziemlich easy. Bereits nach einer knappen Dreiviertelstunde kommen wir am Wasserfall an und sind ziemlich froh, dass die ganzen Leute die in den Bussen sitzen nicht mehr hier sind. Der Wasserfall besteht aus zwei einzelnen Wasserfällen an deren Ende sich ein Auffangbecken befindet. Zum Füße abkühlen ist das Wasser top, zum Baden aber doch etwas zu kalt. Die Kolumbianer scheint die Wassertemperatur aber nicht wirklich zu stören.

Poza Azul Wasserfall nahe Minca Kolumbien
Poza Azul Wasserfall nahe Minca Kolumbien

Wir verbringen eine ganze Weile am Wasserfall und beobachten von einem schattigen Platz die Mutigen, die sich ins Wasser trauen. Die Region in Minca ist auch für den Kaffeeanbau bekannt. Da die Strecke zur La Candelaria Kaffeefarm vom Wasserfall nicht so weit ist, beschließen wir auf eine Mototaxi, welches wir ursprünglich nehmen wollten zu verzichten und gehen zu Fuß. Zwar ist es durch die Mittagshitze etwas anstrengender als am Morgen, aber wir sind ja schon einiges gewohnt. Auf dem letzten Teil geht es dann doch noch mal ziemlich steil hoch und wir kommen gut ins Schwitzen. An der Kaffeefarm angekommen werden wir aber mit einer schönen Sicht über das Tal belohnt.

Bambusbrücke Wald bei Minca Kolumbien
Minca mit Sicht auf Santa Marta und die Küste Kolumbien

Mehrmals am Tag finden hier Kakao- oder Kaffeetouren statt. Bevor die Kaffeetour startet, trinken wir einen Kaffee und gönnen uns einen Schokokuchen mit Sicht Richtung Minca. Bei der Kaffeetour erklärt uns ein Mitarbeiter welche verschiedenen Kaffeepflanzen es gibt und wann sie geerntet werden. Zunächst werden die Früchte gewaschen. Eine spezielle Maschine löst anschließend die Schale der Frucht, in der sich die Kaffeebohnen befinden. Anschließend wir nach erster und zweiter Qualität aussortiert. Dies geht ganz einfach, da die Bohnen mit geringerer Qualität im Wasser oben schwimmen, während die der besten Qualität auf den Boden sickern. In einem Ofen der bis zu 400 Kilogramm fassen kann werden die Kerne dann getrocknet. Anschließend wird die zweite Haut der Bohnen entfernt und Bohnen werden geröstet. Je nach Geschmacksrichtung und Röstungsgrad, schmeckt der Kaffee am Ende süßer oder bitterer.

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Kaffefrüchte La Candelaria Kaffeefarm bei Minca Hochland Kolumbien
Kaffeefruchttrennmaschine La Candelaria Kaffeefarm bei Minca Hochland Kolumbien
Trocknungsofen La Candelaria Kaffeefarm bei Minca Hochland Kolumbien

Klicke den Bearbeitungs-Button um diesen Text zu verändern. Lorem ipsum dolor Die Erklärungen sind interessant, aber irgendwie haben wir uns von der recht kurzen Tour insgesamt etwas mehr erhofft. Wir trinken noch einen Tee und machen uns anschließen auf den Rückweg nach Minca. Wir sind ganz froh, dass wir den ziemlich steilen und staubigen Weg nur runter und nicht am Morgen hoch laufen mussten. Die Variante erst zum Wasserfall und dann zur Kaffeefarm war auf jeden Fall die bessere Entscheidung, da der Weg durch einen schönen Wald und nicht an einer staubigen Straße entlang geführt hat. Am frühen Abend laufen wir ins Dorf, Adriano geht noch zum Friseur und anschließend gehen wir Abendessen. Wir haben uns seit wir in Minca sind schon ein bisschen umgehört was es kosten würde, sich einen Roller oder eine Enduro auszuleihen. Da die Preise aber ziemlich teuer für einen Tag waren, haben wir die Geschichte eigentlich schon abgehakt. Auf dem Weg zurück zum Hostel bekommen wir dann aber für ein paar Stunden für den nächsten Tag ein super geniales Angebot was wir gar nicht ausschlagen können und mieten uns für drei Stunden eine Enduro. Wieder in der Unterkunft angekommen, lassen wir den Abend ganz entspannt bei ein paar Runden Jengaturm ausklingen. sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

21.02.2020 Mit Vollgas den Berg hinauf (Tag 328)

Mit großer Vorfreude auf die Motorradtour geht es nach dem Frühstück zum Vermieter. Nachdem wir die letzten Häuser von Minca hinter uns gelassen haben, geht es über die Schotterpiste die Berge hinauf. Unser erstes Ziel ist der Marinka Wasserfall, der eigentlich sogar aus zwei einzelnen hintereinander liegenden Wasserfällen besteht. Das letzte Stück müssen wir allerdings dann doch zu Fuß laufen. Wir haben Glück, dass bei unserer Ankunft noch recht wenig los ist.

Wasserfall Marinka 1 Minca Hochland Kolumbien

Gerade als wir uns auf dem Weg zum zweiten Wasserfall machen wollen, wird es immer voller und wir sind froh noch ein paar Fotos ohne andere Besucher hinbekommen zu haben. Man kann sich sogar unter beiden Wasserfällen drunter stellen, eine kalte Dusche nehmen und in dem Wasserbecken am Fuße des Wasserfalls baden.

Wasserfall Marinka 2 Minca Hochland Kolumbien
am Wasserfall Marinka 2 Minca Hochland Kolumbien

Wir laufen zurück zum Motorrad und merken, dass langsam die Mittagshitze kommt. Dummerweise springt die Maschine nicht mehr an und die Batterie scheint komplett leer zu sein. Wir versuchen es mit dem Kickstarter, haben damit aber nicht wirklich viel Erfolg. Freundlich wie die Kolumbianer sind, kommt ein Mann angelaufen als er unser Problem sieht und versucht uns zu helfen. Seine Variante den Kickstarter einige Male ohne Zündung und kurz danach dann mit Zündung zu treten klappt. Das Problem scheint es hier mit den Mofas und Enduros wohl häufiger zu geben. Nach dem ersten Schreck hier länger festzusitzen, können wir unsere Fahrt fort setzen. Eine ganze Weile geht es den Berg hinauf und die Piste wird während der Fahrt immer steiler. Wir sind ganz froh, dass wir uns diese Strecke nicht zum Wandern ausgesucht haben. Nach einer ganzen Weile erreichen wir den Aussichtspunkt Los bzw. Tres Pinios, der seinen Namen von den drei Pinienbäumen direkt an der Straße hat. Etwa siebenhundert Meter höher als in dem Dorf Minca, ist die Temperatur hier oben zum Glück etwas angenehmer und die Aussicht kann sich sehen lassen.

Wir machen uns auf den Weg zurück nach Minca, geben die Enduro ab und laufen zum Hostel zurück. Nachdem wir noch etwas auf der Terrasse entspannen geht es zum Busterminal um zurück nach Santa Marta zu fahren. Der Fahrer setzt uns in einer Parralelstraße vom Terminal ab und wir laufen mit einem Franzosen der auch nach Barranquilla möchte das letzte Stück zusammen und kommen ins Gespräch. Als wir in das Gebäude gehen, sehen wir ein ziemliches Chaos mit etlichen überfüllten Schaltern. Es haben wohl doch noch ein paar mehr Menschen das gleichen Ziel wie wir, denn insbesondere die Schlange für die Tickets nach Barranquilla zieht sich durchs halbe Busterminal. Wir versuchen uns einen Überblick über die Busunternehmen zu verschaffen und der Franzose sucht seine Freunde mit denen er sich hier verabredet hat.

Nach einigen Minuten schauen wir uns nachdem wir realisiert haben, dass wohl wirklich alle nach Barranquilla wollen fassungslos an. Hier stehen wir ja Stunden an den Schalter an um überhaupt ein Ticket zu bekommen. Zum Glück entdeckt Adriano ziemlich weit vorne an einem Schalter die Person mit der wir zusammen gelaufen sind. Seine Freunde haben wohl schon länger angestanden und bestellen für uns sogar Tickets mit. Die Abfahrt ist sogar einige Minuten später. Da haben wir ziemlich Glück gehabt :-). Leider haben wir eine halbe Stunde später aber unser Glück aufgebraucht, da wir in einen Stau kommen. Der Bus bleibt immer wieder Minuten lang an der gleichen Stelle stehen und wir kommen einfach nicht voran. Für vier Kilometer im Stau brauchen wir letztendlich um die 2 1/2 Stunden und wissen bis zum Schluss nicht warum der Stau überhaupt entstanden ist. Normalerweise sollte man für die gut hundert Kilometer um die anderthalb Stunden brauchen. Nach erschreckenden fünf Stunden und mehreren weiteren kleineren Staus erreichen wir das Busterminal in Barranquilla. Bis wir ein Beat bekommen dauert es auch noch eine ganze Weile und so ist es als wir am Hotel ankommen bereits halb elf. Was für ein Aufwand und Zeitverlust für diese recht kurze Strecke. Wir freuen uns auf die Dusche und lassen uns seit langen mal wieder nur noch vom TV berieseln.

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