12.01.2020 Willkommen in Patagonien (Tag 288)​​​​​

Am heutigen Tag fliegen wir nach Patagonien in den Süden von Chile. Nach den Frühstück packen wir die letzten Sachen zusammen und fahren mit dem Uber zum Flughafen. Pünktlich fliegen wir von Santiago nach Puerto Natales ab. Auf dem Weg Richtung Süden überfliegen wir immer wieder schneebedeckte Bergketten und auf einmal können wir sogar den Osorno Vulkan sehen, der auch im oberen Bereich mit Schnee bedeckt ist. Etwas früher als geplant landen wir in Puerto Natales und haben das erste mal eine schöne Sicht auf die Landschaft und das Bergpanorama.

Osorno Vulkan aus der Luft Chile
Puerto Natales am FLughafen mit Bergpanorama Patagonien Chile

Zwar ist es heute bewölkt und in der Ferne scheint eine Schneefront auf uns zu zuziehen, aber es ist trotzdem schön die Natur und die schneebedeckten Berge im Hintergrund zu sehen. Mit dem Taxi fahren wir ins Hostel und kaufen nachdem wir unsere Rucksäcke ins Zimmer gebracht haben Proviant für die Ausflüge in den kommenden Tagen und Zutaten zum kochen ein. Richtig cool ist es, dass die Sonne hier erst gegen 22.15 Uhr unter geht und der Tag im Vergleich zu unseren letzten Wochen unglaublich lang ist. Am Abend beschäftigen wir uns noch ein bisschen mit der weiteren Planung für Chile. Da wir aber irgendwie nicht richtig weiter kommen, verschieben wir es aber auf den nächsten Abend, denn wir möchten heute nicht all zu spät ins Bett gehen um am nächsten Tag fit zu sein.

13.01.2020 Wandern ohne Ende (Tag 289)​​​​​​

Heute soll es in einen der schönsten Nationalparks Chiles gegen. Eigentlich wollen wir auf eigene Faust den W-Trek im Paine Nationalpark wandern, mussten aber aufgrund der ausgebuchten oder überteuerten Zeltplätze darauf verzichten. Die drei berühmten Granitnadeln im Nationalpark möchten wir aber natürlich trotzdem sehen. Daher haben wir zwei verschiedenen Touren gebucht. Gegen sieben Uhr kommt der Bus, der uns in der Torres del Paine Nationalpark bringt. Die Fahrt bis zum Parkeingang dauert etwa anderthalb Stunden. Wir kaufen die Tickets und kurze Zeit später beginnt unsere Wanderung zum Base der Torres del Paine. Wir wandern am Touristenzentrum los und können bereits in der Ferne Teile der berühmten Granitfelsen sehen. Der Name bedeutet übersetzt “Türme des blauen Himmel“ und der gesamte Park hat eine Größe von 2420 Quadratkilometern. Im Park gibt es eine Vielzahl von Gletschern, Gletscherseen und Gletscherflüsse. Die drei nadelartigen Granitberge mit eine Höhe von 2600 bis 2850 Metern bilden das Wahrzeichen des Parks. Vor uns liegt ein knapp zwölf Kilometer langer Weg (one way), auf dem es immer wieder steilere Aufstiege gibt.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Wandern Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

Bereits nach knapp zwanzig Minuten geht es das erste Mal ein gutes Stück nach oben. Dort angekommen werden wir aber mit einer schönen Aussicht auf die umliegenden Gletscherseen und die Landschaft belohnt. Die Farbe der Seen sind alle unterschiedlich, von grünlich bis türkis aufgrund der unterschiedlichen Mineralien.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Wandern Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

In der Schlucht weht dann auch ein recht starker Wind, der unten im flacheren Land noch nicht zu spüren war. An der Chileno Lodge machen wir eine längere Pause bevor es weiter nach oben geht. Wir laufen über einen Fluss und anschließend durch einen schönen Wald, dessen Bäume uns etwas vor dem starken Winde schützen.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Gletscher Wandern Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

Die letzten 40 Minuten geht es nochmal über Steine und Schotter steil bergauf. Wir kommen ganz gut voran und erreichen am frühen Nachmittag als Erste aus unserer Gruppe den Aussichtspunkt auf den großen Gletschersee und den Torres der Paine. Wow, was für eine tolle Aussicht! Als dann noch ein bisschen die Sonne raus kommt und das Wasser funkelt, sieht alles natürlich noch schöner aus. Da wir für den Aufstieg weniger Zeit als gedacht gebraucht haben, können wir sogar eine Stunde statt nur dreißig Minuten am Aussichtspunkt bleiben. Wir machen ein paar Erinnerungsfotos und genießen anschließend mit Blick auf den See unsere Snacks.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

Leider geht die Zeit mal wieder viel zu schnell vorbei und so machen wir uns langsam auf den Rückweg. Leider hat sich einer aus der Gruppe am Knie verletzt und so kommt es, dass wir schon mal in unserem Tempo vor gehen können, um nicht andauernd anzuhalten und dabei auszukühlen. Nach insgesamt 22 Kilometern wandern erreichen wir gegen sieben Uhr abends wieder das Besucherzentrum. Als die Gruppe vollständig ist, geht es mit dem Bus zurück nach Puerto Natales. Am Abend vergleichen wir noch ein paar Flugpreise, essen zu Abend und verabschieden uns mit müden Füßen ins Bett.

14.01.2020 Berge und Gletscherseen soweit das Auge reicht (Tag 290)​​​​​​​

Da wir am Vortag bei der Wanderung nur einen Teil des Parks gesehen haben, geht es heute noch einmal für uns in den Torres del Paine Nationalpark. Noch etwas verschlafen werden wir gegen sieben Uhr abgeholt und fahren zuerst zu einer Höhle auf halber Strecke. Da uns die Bilder und Videos von der Höhle im Internet nicht so richtig angesprochen haben und der Eintritt mit über zehn Euro nicht günstig ist, warten wir während der Besichtigung am Bus auf die Gruppe. Anschließend geht es weiter zum südlichen Eingang des Parks. Da wir bereits ein Ticket haben, welches für drei Tage gültig ist müssen wir es nur abstempeln lassen und nichts mehr bezahlen. Unser erster Stopp im Park ist ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Grey See und den Grey Gletscher nach einem kurzen Spaziergang durch einen Wald kommen wir an dem Grey See an und staunen nicht schlecht, als wir in der Ferne auf dem Wasser große blaue Eisbrocken sehen. Wow, was eine tolle Farbe. Leider ist das Wetter heute nicht ganz so gut und so fängt es immer wieder stark an zu regnen. Nach ca. 30 Minuten gehen wir zurück zum Bus.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Berglandschaft Patagonien Chile
Berglandschaft Patagonien Chile

Wir fahren weiter Richtung Norden und haben eine schöne Aussicht auf verschiedene Gletscherseen, die hügelige Berglandschaft und fahren über den türkis blauen Paine River. Leider ist es heute ziemlich stark bewölkt und es kommen immer wieder starke Schauer runter. Wie schön muss das Blau der Seen und der Flüsse erst bei Sonne aussehen.

Gletschereis im See Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

An einem Hotel legen wir unsere Mittagspause ein. Leider regnet es auch hier gerade wieder und wir verbringen die Zeit größtenteils im Bus und warten, bis die Anderen aus dem Restaurant wieder da sind. Die Aussicht von diesem Spot über den See Richtung Bergkette ist aber trotzdem schön.

Gletschersee Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Salto Grando Loockout Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

Als wir den Salto Grando Loockout, wo wir uns einen Wasserfall ansehen möchten erreichen, fängt es gerade wieder an zu regnen und zu stürmen. So richtig gut meint es der Wettergott mit uns heute auf jeden Fall nicht. Trotzdem laufen wir bis zum Wasserfall und sehen, wie das türkise Gletscherwasser in die Tiefe fällt. Für einen kurzen Moment hört es sogar auf zu Regnen und wir können die Aussicht genießen.

Langsam fahren wir weiter zum nordöstlichen Eingang, den wir bereits bei unserer gestrigen Tour genutzt haben. Auf dem Weg dahin halten wir bei einem Aussichtspunkt an von dem wir über die komplette Bergkette schauen können. Glücklicherweise klart es hier sogar ein wenig auf, sodass wir fast bis zu den Spitzen schauen können und sogar verschiedene Gletscher zum Vorschein kommen. Einige Minuten vorher, war noch alles in den Regenwolken verschwunden.

Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile
Lamas Torres del Paine Nationalpark Patagonien Chile

Der Parkausgang liegt nur ein paar Fahrminuten entfernt und von dort haben wir einen letzten Blick auf zwei der drei Torres del Paine Türme. Wir sind beide ziemlich froh, dass wir am Tag davor nach oben gelaufen sind und nicht so ein wechselhaftes Wetter wie heute während der Wanderung hatten. Auf dem Weg zurück nach Puerto Natales sehen wir noch ein paar Guanako, Flamingos, Füchse und einen Nandu. Zurück in der Unterkunft nutzen wir den Abend um ein bisschen am Notebook zu arbeiten. Da wir beide ziemlich kaputt und müde von den beiden Tagen und dem wenigen Schlaf sind, verschwinden wir früh in das Land der Träume.

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