18.01.2020 Ein kleines bisschen Heimat (Tag 294)

Heute fliegen wir gegen halb neun von Punta Arenas nach Puerto Montt. Wir hatten zwar erst überlegt mit dem Bus zu fahren, fast 28 Stunden sind dann aber doch etwas zu lang. Gegen sieben Uhr machen wir uns mit dem Uber auf den Weg zum Flughafen. Dort skypen wir noch mit Carinas Familie, da ihre Oma heute Geburtstag hat. Wir fliegen pünktlich ab und landen ebenfalls pünktlich in Puerto Montt. Mit dem Uber fahren wir in die nicht weit entfernte und direkt am Llanquihue See gelegenen Stadt Puerto Varas. Die Stadt ist wie viele andere in dieser Gegend noch stark von den damaligen deutschen Siedlern geprägt und etwas ruhiger als Puerto Montt. Die Fahrt vom Flughafen bis zum Hostel dauert etwa eine halbe Stunde und wir sind erstaunt, dass die Besitzerin des Hostels uns auf deutsch anspricht. Eigentlich kommt sie aus Schweden, scheint aber schon etwas länger in Chile zu leben. Da wir noch nicht auf unser Zimmer können, wollen wir ein wenig die Stadt erkunden und schlendern durch die kleinen Gassen. In einigen Straßen gibt es bis heute viele alte und schöne Holzhäuser.

alte Häuser Puerto Varas Chile
alte Häuser Puerto Varas Chile

Im weiteren Verlauf kommen wir etwas mehr in die Innenstadt und laufen an der Sagrado Corazon de Jesus Kirche vorbei. Sie soll nach dem Vorbild einer Kirche aus dem Schwarzwald gebaut worden sein. Super hübsch ist sie mit ihren Wellblechwänden aber nicht. Wir laufen hinunter zur Küste und innerhalb von einer halben Stunde klart es immer mehr auf.

Sagrado Corazon de Jesus Kirche Puerto Varas Chile
Promenade Puerto Varas Chile

Da es für uns keine passenden Tour zum Osorno Vulkan gibt, haben wir beschlossen uns für Montag ein Auto auszuleihen um so selber zum Vulkan und um den See fahren zu können und so wesentlich flexibler sind. Dabei ist das Auto sogar um einiges günstiger als ein kurzer Halbtagesausflug für uns beide. In der nächsten Stunde klappern wir die verschiedensten Autovermieter ab und finden schlussendlich ein gutes Angebot. Mittlerweile hat sich die Sonne komplett durchgekämpft, wir haben strahlend blauen Himmel und sehen endlich den Osorno und den Calbuco Vulkan. Der Osorno Vulkan sieht mit seiner perfekten Kegelform und seiner schneebedeckten Spitze wirklich toll aus. Dagegen wir der Calbuco wie in sich zusammen gefallen.

Vulkan Osorno mit Sicht aus Puerto Varas Chile
Vulcan Osorno und Vulkan Calbuco mit Sicht aus Puerto Varas Chile

Wir suchen uns ein Cafè und wollen gerne mit Sicht auf den See und die Vulkane einen Latte Macchiato trinken. Als wir nach längerer Zeit die Getränke bekommen, entpuppt sich die Idee ein Cafè an der Promenade genommen zu haben als ein ziemlicher Reinfall. Die Tassen erinnern bei ihrer Größe eher an einen doppelten Espresso und der Kaffee selbst ist nur lauwarm. Wir sehen wieder, dass man sich von solchen Cafès und Restaurants nicht verleiten lassen darf und sich lieber einen leckeren und größeren Kaffee sucht, den man dann da genießen kann wo man möchte. Carina hatte bei unserem Spaziergang durch die Stadt einen ansprechenden Stand gesehen, wo wir uns beide noch einen weiteren Kaffee holen und uns dann direkt ans Wasser mit Sicht auf den See und die Vulkane setzen. Anschließend gehen wir einkaufen, essen zu Abend und prüfen, wo und wie wir am besten am nächsten Tag durch den Nationalpark laufen können. Bis zum Schlafen gehen arbeiten wir noch etwas an unserer Homepage.

19.01.2020 Zwischen Vulkanen, Seen und schöner Natur (Tag 295)​​

Wir möchten heute im nahegelegenen Vicente Perez Rosales Nationalpark wandern gehen. Nach dem Frühstück packen wir die letzten Sachen zusammen und haben Glück, dass der Bus nach Petrohue gerade an der Bushaltestelle steht. Die nächsten anderthalb Stunden geht es parallel zum See immer mehr auf den Osorno Vulkan zu. Auch wenn er gar nicht so hoch ist, sieht er aus der Nähe natürlich noch viel imposanter, als von der gegenüberliegenden Seeseite aus. Direkt neben der Der Haltestelle beginnt der Wanderweg. Die Aussicht auf die umliegende hügelige Landschaft, den See Todos los Santos und die Vulkane ist wirklich toll. Wir sind etwas erstaunt, dass der Wanderweg aus weichen Sand und Gestein besteht und man so durchgehend das Gefühl hat am Strand zu laufen. Leider landet der weiche Sand bei uns beiden ziemlich schnell in den Schuhen was nicht wirklich angenehm ist.

Osorno Vulkan Chile
Osorno Vulkan Chile

Plötzlich tauchen immer mehr schwarze Käfer, die fast so groß wie eine Hornisse sind auf, die um uns herum fliegen. Das müssen wohl die patagonischen Bremsen sein, vor denen uns der Hostelbesitzer am Morgen gewarnt hat. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass es auf dem Weg nach oben immer und immer mehr werden und die Bremsen uns durchgehen versuchen zu beißen. Wir bewaffnen und beide mit einem Ast um uns die Tiere etwas vom Leibe halten zu können. Sobald man langsamer läuft oder stehen bleibt, werden es immer mehr und man kann leider gar nicht die schöne Aussicht genießen. Auf der einen Seite haben wir die tolle Sicht auf den See und die dahinter liegenden Berge, auf der anderen Seite den perfekt geformten Osorno Vulkan. Eigentlich wollen wir bei der tollen Aussicht gerne Garry fliegen lassen, leider klappt es aber an mehreren Orten mit der Verbindung nicht und so beschließen wir nach ein paar Schnappschüssen, vor allem werden der Bremsen wieder umzukehren.

Osorno Vulkan Chile
Osorno Vulkan Chile

Nach einer langen Strecke zuerst durch ein ausgetrockneten Flussbett und danach am Strand entlang, erreichen wir ein Waldstück in dem die Bremsen endlich von uns ablassen. So schön der Park, die Natur und die Aussicht auch war, wir sind wahnsinnig froh nach fünf Stunden wieder fast am Parkeingang zu sein und nicht mehr diese Insekten um uns herum zu haben. Am Rand des See lassen wir uns bevor es mit dem Bus zurück nach Puerto Varas geht noch einen Snack schmecken. Wieder in der Stadt angekommen, holen wir uns bei dem gleichen Cafè wie am Vortag einen leckeren Kaffee und setzen und an die Promenade. Als wie wieder im Hostel ankommen, essen wir nach einer erfrischenden Dusche zu Abend und suchen bis zum Schlafen gehen nach Touren und Hotels für die Atacamawüste.

20.01.2020 Dem Vulkan hautnah (Tag 296)

Unser zweiter voller Tag in Puerto Varas beginnt. Wenn man hier in der Gegend ist, ist ein Ausflug zum Osorno auf jeden Fall Pflicht. Da uns die Touren aber vom zeitlichen Ablauf und Preis nicht wirklich angesprochen haben, haben wir beschlossen uns ein Auto für den ganzen Tag auszuleihen und um den See und selber zum Osorno Vulkan hochzufahren. Vor dem Frühstück wollen wir das Auto abholen, was wir vor zwei Tagen reserviert haben, damit wir danach direkt los können. Als wir bei der Autovermietung ankommen, sind wir von dem Fahrzeug ziemlich geschockt. Es ist überall verbeult, zerschrammt, dreckig und das Profil ist bei einigen Reifen ziemlich abgefahren. Bei dem einen Fahrzeug welches es noch geben würde ist sogar die halbe Frontscheibe gebrochen. Wir sind zu diesem Zeitpunkt ziemlich geschockt, was wir für den teuren Preis für ein schlechtes Fahrzeug bekommen. Da wir davon ausgehen, spontan woanders für heute kein Auto mehr zu bekommen, schreiben wir alle Schäden auf und nehmen es erst mal mit.

Wir fahren zum Hostel, frühstücken und wollen dann nach Frutillar fahren. Dummerweise springt trotz mehrerer Versuche der Motor nicht mehr an.Ziemlich angefressen laufen wir zur Firma, erzählen was los ist und verlangen unser Geld zurück. Erstaunlicherweise klappt dies ohne große Diskussion. Etwas aufgeschmissen bleibt uns nichts weiter übrig, als einige der anderen Vermietfirmen der Stadt abzuklappern, in der Hoffnung spontan doch ein Auto zu bekommen. Wir können unser Glück kaum fassen, dass einer für uns dann tatsächlich ein Fahrzeug für uns hat. Dieses ist in einem Top Zustand und kostet sogar das gleiche wie das andere kaputte Fahrzeug. Dann kann unser Tagesausflug mit etwa anderthalb Stunden Verspätung ja endlich beginnen.

Am Rand des Sees entlang geht es über die kleine Stadt Llanquihue hoch bis nach Frutillar. Auch diese Stadt ist ziemlich von den deutschen Siedlern geprägt, hat aber bis auf einen Einkaufsstraße nicht wirklich viel zu bieten. Über den nördlichen Teil des Sees fahren wir weiter Richtung Osorno. Die zwischenzeitlich aufgezogenen Wolken, die nahezu den kompletten Vulkan verdecken, verziehen sich zum Glück recht schnell wieder. Auf dem Weg nach oben zum Vulkan lassen wir endlich mal wieder Garry fliegen.

Osorno Vulkan Chile
Osorno Vulkan Chile

Nach einigen Minuten erreichen wir den Parkplatz von dem man mit dem Sessellift weiter nach oben fahren kann. Da es aber auch einige Wege zum spazieren gibt, entscheiden wir uns für diese Variante. Auch wenn es heute doch etwas diesig ist haben wir eine mega Aussicht auf den See, die gegenüberliegende Bergketten, den Calbuco Vulkan und natürlich die Spitze des Osornos.

Vulkanlandschaft am und um den Osornovulkan Chile
Osorno Vulkan mit Nebenkratern  Chile

Etwas weiter den Berg hinauf, wird die Landschaft immer karger und zum Glück sind auch weniger von den Bremsen unterwegs. Um uns herum ist alles Lavagestein und von einem Punkt können wir sogar zwei Nebenkrater des Osorno sehen. Mit der roten Gesteinsfarbe sieht es mega cool aus.

Nebenkrater Osornovulkan Chile
Vulkanlandschaft am und um den Osornovulkan Chile
Osorno Vulkan Chile mit uns
Osorno Vulkan mit Nebenkratern  Chile

Wir laufen zurück zum Parkplatz und fahren zum Petrohue Fluss an dem es auch kleine Wasserfälle geben soll. Da wir aber in der letzten Zeit bereits einige Wasserfälle gesehen haben und die Bilder im Internet nicht so spektakulär aussehen, lassen wir am Fluss nur kurz Garry fliegen um ein paar tolle Bilder vom leuchtend blauen Wasser und den Stromschnellen zu haben. Fahren aber nicht zum Eingang der Wasserfälle.

Petrohue Fluss Chile
Petrohue Fluss Chile

Da wir immer noch herrliches warmes und sonniges Wetter haben, beschließen wir noch nach Puerto Montt zu fahren. Auf dem Weg dahin kommen wir in den Feierabendverkehr und auch in der Stadt ist ziemlich viel los. Eigentlich hatten wir uns von der Stadt etwas mehr versprochen und wollen an der Promenade spazieren gehen. Da es uns beiden hier aber nicht wirklich gefällt und es einfach viel zu voll ist, fahren wir zurück nach Puerto Varas. Auf einmal fällt Carina ein, dass wir unsere Bustickets für den nächsten Tag noch gar nicht abgeholt haben. Das haben wir beide total vergessen, da wir sonst die Tickets immer per Mail bekommen haben. Bei diesem Busunternehmen muss man die Tickets aber vorher in einem Büro abholen. Nachdem wir das Büro selber in der Stadt nicht finden, bekommen wir die genaue Adresse zum Glück in der Touristeninformation. Wir sind glücklich, dass dann doch noch alles geklappt hat. Wir gehen einkaufen und fahren zum Hostel. Nach dem Abendessen suchen wir im Internet nach Tourmöglichkeiten für die Atacamawüste.

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