06.05.2019 Auf dem Weg zum gefährlichsten Flughafen der Welt (Tag 36)

Der Wecker klingelt um halb zwei und wir sind natürlich ziemlich müde und brauchen ein wenig bis der Körper hochfährt. Wir machen uns fertig, packen die letzten Sachen ein und gehen um zwei Uhr zum Hoteleingang. Wenige Minuten später kommt unser Guide Nuri und holt uns ab. In wenigen Gehminuten erreichen wir den Treffpunkt, von dem der Bus abfährt. Langsam treffen auch die anderen Personen ein, mit denen wir zusammen nach Ramechhap fahren. Gegen halb drei geht es los. Die Fahrzeit soll bei ca. viereinhalb Stunden liegen.

Die ersten 20 Minuten fahren wir durch Kathmandu. Wir verlassen die Stadt und die beleuchteten Straßen und sehen ziemlich schnell, warum wir für die 150 Kilometer von Kathmandu nach Ramechhap so lange brauchen. Die Straße wird immer schmaler, kurvenreicher und die Löcher in der Straße immer tiefer. Teilweise hat man wirklich etwas Angst, ob das die Achsen vom Bus wirklich überleben werden. Wir fahren immer wieder auf Serpentinenstraßen Berge hinauf und wieder herunter. Gegen 5.30 Uhr geht die Sonne langsam hinter einem der Berge auf und der Himmel leuchtet orange. Um 6.30 Uhr erreichen wir über eine Schotterpiste ein kleines Dorf und wir gucken uns fragend an, wo denn hier ein Flughafen sein soll. Wenige Minuten später stehen wir vor einem kleinen gelben Gebäude, bei dem es sich um die Abflughalle handelt.

Flughafen Ramechap Nepal
Flughafen Ramechap Nepal

Davor steht ein Zelt mit ein paar Tischen, Stühlen und einem Tresen an dem Kaffee und Tee verkauft wird. Dieser Flughafen ist wirklich schon ein sehr lustiger Anblick. Unser Guide erzählt uns, dass der Zielflughafen Lukla auf Grund von Wolken und Nebel aktuell noch geschlossen ist und sich unser Abflug voraussichtlich etwas verspäten wird. Wir trinken erst einmal einen Tee und machen anschließend ein paar Bilder vom Flughafen und den vier Flugzeugen, die bereits für den Abflug vorbereitet werden.

Flughafen Ramechap Nepal
Flug Lukla Nepal

Gegen 7.30 Uhr ertönt auf einmal ein Signal vom Tower. Nuri erzählt uns, dass dies das Zeichen ist, dass der Flughafen Lukla nun geöffnet ist. Kurze Zeit später steigen die ersten Passagiere in die Flugzeuge ein und fliegen los. Kurze Zeit später bekommen auch wir unsere Bordkarte und wir machen uns bereit zum Abflug. In der Abflughalle gibt es für Männer und für Frauen einen kleinen Raum, in der die Sicherheitskontrolle stattfindet. Viel mehr als das der Mitarbeiter einen fragt, ob man ein Feuerzeug dabei hat und den ersten Reißverschluss vom Rucksack öffnet passiert aber nicht.

Ein paar Minuten müssen wir noch warten und auf einmal heißt es, dass unser Flugzeug kommt und wir sollen schon einmal zum Tor des Vorfeldes gehen. Die Passagiere die aus Lukla ankommen steigen aus und kurz danach dürfen wir einsteigen. Die Kabine ist so klein, dass man nur in geduckter Haltung durchgehen kann. Die Stewardess geht einmal kurz durch das Flugzeug und sagt, dass man sich die Sicherheitsanweisungen auf der Karte in der Sitztasche vor einem durchlesen soll. Wir rollen auf die ziemlich kurze Start- und Landebahn und heben ab. Dann geht es auch schon steil in eine Linkskurve, durch eine Schlucht immer wieder an Hügeln vorbei. Als wir unseren Trek gebucht haben konnten wir im Internet lesen, dass man sich am besten auf die linke Seite setzen soll, da man so bereits die ersten schneebedeckten Berge sehen kann.

Flug Lukla Nepal
Flug Lukla Nepal

Kurz vor der Landung wird es dann doch noch einmal ziemlich windig und uns kommen Erinnerungen vom Anflug nach Kathmandu wieder hoch. Auf einmal können wir die kleine Landebahn von Lukla durch das Cockpit sehen. Nach ca. 15 Minuten Flugzeit, setzen wir auf und das Flugzeug kommt rechtzeitig vor der Wand am Ende der Landebahn zum stehen. Mit einem breiten Grinsen steigen wir aus und sehen den kleinen Flughafen, den wir in den Monaten davor schon in so vielen Videos im Internet gesehen haben.

Tenzing-Hillary Airport Lukla Flughafen Nepal
Tenzing-Hillary Airport Lukla Flughafen Nepal

Wir laufen am Terminal und am Flughafenzaun durch Luklas Straße und frühstücken eine Kleinigkeit in einem Restaurant. Dann geht es auch schon los auf unsere erste Stecke nach Phakding. Wir haben einen grandiosen Blick auf die Landschaft und immer wieder kommen uns Gruppen von Eseln und Portern entgegen, die Gepäckstücke transportieren. Wir laufen etwa vier Stunden vorbei an kleinen Dörfern und über Brücken und erreichen gegen halb zwei unser heutiges Ziel Phakding.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Hier essen wir kurz nachdem wir angekommen sind zu Mittag und wir freuen uns, dass wir uns von der Speisekarte ein Gericht aussuchen dürfen. Nach dem Mittagessen gehen wir aufs Zimmer und schlafen ca. eine halbe Stunde. Die kurze Nacht, das frühe Ausstehen und die erste Strecke hat doch ein wenig Spuren hinterlassen. Danach ziehen wir uns noch einmal unsere Trekkingschuhe an und erkunden ein wenig die Gegend. Gegen halb sechs treffen wir uns wieder mit Nuri, essen Abendbrot und besprechen im Anschluss den Ablauf für den nächsten Tag. Im Anschluss machen wir uns noch ein wenig frisch, stellen uns für sechs Uhr den Wecker und gehen ziemlich früh um halb acht schlafen.

07.05.2019 Der Trek beginnt (Tag 37)

Nach fast zehn Stunden schlafen wachen wir gegen halb sechs auf und bleiben noch ein bisschen im warmen Schlafsack liegen. Die Nacht war erstaunlich gut und wir waren nur ein paar Mal wach. Wir machen uns fertig, packen unsere Taschen und Rucksäcke und gehen um sieben Uhr frühstücken. Um 7.30 Uhr laufen wir dann zusammen mit Nuri und unserem Porter Amish los. Es ist heute Morgen noch ziemlich kalt und wir haben unter unserer Jacke drei Schichten an und brauchen auch unsere Handschuhe. Nach einiger Zeit laufen wir über eine Brücke über den Fluss Dudh Koshi (bedeutet im nepalesischen Milchfluss) auf die andere Seite und freuen uns, dass wir nun in der Sonne laufen und uns etwas aufwärmen können. Wir überqueren immer wieder den Fluss und laufen vorbei an kleinen Dörfern. Immer wieder kommen uns Esel- und Ochsenherden entgegen, die Rucksäcke, Gasflaschen und Baumaterialien transportieren.

Namche Bazaar Nepal
Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Nach ca. drei Stunden erreichen wir den Eingang des Sagarmatha Nationalpark und Nuri besorgt uns die benötigten Permits, damit wir weiter gehen können. Sagarmatha ist übrigens das nepalesische Wort für Mount Everest. Nach einer weiteren halben Stunde Fußmarsch erreichen wir das Ziel für unsere Mittagspause. Wir setzen uns in die Sonne, ziehen unsere Jacke aus und trocknen unsere leicht angeschwitzten Klamotten. Wir suchen uns etwas leckeres aus der Speisekarte aus. Diesmal gibt es Maccaroni in Tomatensauce und Käse und das nepalesische Gericht Dal Bhat.

Nachdem wir uns gestärkt haben laufen wir weiter. Nun soll es ziemlich anstrengend werden. Wir laufen wieder über eine Brücke und anschließend geht es immer mehr bergauf. Dann geht es über eine weitere Brücke, der Ausblick ist der Wahnsinn. Wir bleiben stehen und lassen das Ganze auf uns wirken.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Nun kommt der anstrengendste Teil. Wir laufen 45 Minuten über Steine und Wurzeln bergauf und müssen teilweise aufpassen, dass wir auf dem lockeren Boden nicht wegrutschen. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, doch der Aufstieg hat sich gelohnt, denn wir werden mit dem ersten Blick auf den Mount Everest belohnt. WOW. Deswegen sind wir hier! Wir können unser Glück, dass der Everest nicht von den Wolken verdeckt ist kaum fassen und sind fasziniert von dem Anblick.

Mount Everest

Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben folgt die letzte Etappe nach Namche Bazar. Es geht wieder für ca. eine Stunde steil den Berg hinauf und wir können die ersten Häuser unseres heutigen Ziels Namche Bazar erkennen.

Wir laufen durch Namche Bazar die Treppen hoch und erreichen unsere Unterkunft (Moonlight Lodge & Restaurant), welches eines der höchst gelegenen Gebäude von Namche Bazar ist. Zuerst bringen wir unsere Rucksäcke aufs Zimmer und unsere Taschen sind auch schon da. Wir freuen uns zu sehen, dass wir sogar ein kleines Badezimmer mit Waschbecken und Toilette im Zimmer haben. Heute sind wir richtig tapfer und machen uns trotz des eiskalten Wassers etwas frisch und ziehen uns etwas Frisches an.

Wir legen uns für eine halbe Stunde hin und setzen uns anschließend nach draußen in die Sonne. Namche Bazar ist bekannt dafür, dass es hier viele Bäckereien gibt und so suchen wir im Internet nach einem gut bewerteten Café. Wir laufen nur etwa drei Minuten und setzen uns ins Sherpas Barrista. Das Café sieht super gemütlich aus und ist beheizt (purer Luxus hier :D). Wir machen es uns auf einem Sofa gemütlich und bestellen uns einen Latte Macchiato, eine heiße Schokolade und einen Schockoladenbrownie.

Wir lassen es uns schmecken, genießen die Zeit im Café und versuchen zu realisieren, dass wir nun auf über 3440m Höhe angekommen sind. Ganz fassen können wir das Ganze noch nicht. Auf dem Rückweg treffen wir noch die Gruppe, die mit uns im Bus nach Ramechhap gefahren ist wieder und plaudern ein bisschen über den Tag. Anschließend laufen wir zu unserer Unterkunft zurück und machen es uns oben im Aufenthaltsraum gemütlich. Von hier aus haben wir einen schönen Blick über ganz Namche Bazar und auf den Mount Kongde Ri.

Namche Bazaar Nepal

Um halb sechs treffen wir uns mit Nuri und wir essen zu Abend. Es gibt gebratene Nudeln und gebratenen Reis. Danach besprechen wir den Ablauf für den nächsten Tag. Carina holt das Spiel Phase 10 aus dem Zimmer und wir spielen zusammen mit Nuri noch ein paar Runden, bevor wir gegen halb neun aufs Zimmer gehen. Wir machen uns zum Schlafen fertig, packen den Rucksack für den nächsten Tag und gehen um neun Uhr schlafen.

08.05.2019 Es geht weiter bergauf (Tag 38)​

Wir wachen wieder um kurz vor sechs auf, bleiben aber noch im warmen Schlafsack liegen. Die Temperatur im Zimmer ist sicherlich nicht viel wärmer als 10 Grad. Wir ziehen uns an und legen die Sachen, die wir nachher anziehen wollen in den warmen Schlafsack. Anschließend gehen wir frühstücken und wärmen uns an unserem heißen Tee auf.

Um halb acht verlassen wir unsere Unterkunft und machen uns auf den Weg zum Everest View Point. Im Schatten ist es noch ziemlich kalt und wir haben uns unsere Handschuhe angezogen und die Mütze aufgesetzt. Wir laufen über Treppen nach oben, die Sonne kommt gottseidank so langsam raus und wärmt uns auf. Nach ca. 30 Minuten haben wir den ersten View Point erreicht. Leider ist es etwas nebelig, doch wir können trotzdem den Everest und die daneben liegenden Berge wie den Mount Nuptse und den Ama Dablam erkennen. Wir sind wieder von dem schönen 360 Grad Bergpanorama um uns herum sprachlos und genießen den Moment.

Anschließend besuchen wir das Everest Museum. Von dort aus starten wir unsere Akklimatisierungswanderung, welche uns auf eine Höhe von 3880 Metern führt. Am Ende unserer heutigen Strecke erreichen wir das Everest View Hotel und machen auf dem Weg dorthin an verschiedenen View Points viele schöne Fotos und Videos.

Namche Bazar Nepal
Nähe Namche Bazar Nepal

Die Aussicht ist grandios und wir sind froh, dass wir so früh losgelaufen sind, da die Sicht im Laufe des Vormittags schlechter geworden ist und die Wolken immer mehr vor die Berge ziehen. Wir gehen gemütlich zurück. Der Rückweg kommt uns erstaunlicherweise fast anstrengender und länger vor als der Hinweg. Gegen 12 Uhr kommen wir wieder an unserer Unterkunft an und essen zum Mittag. Dieses Mal gibt es Maccaroni in Tomatensoße mit Käse und Curry-Reis. Da uns auf einmal ziemlich kalt ist, bestellen wir uns beide zum Aufwärmen eine heiße Schokolade. Anschließend gehen wir aufs Zimmer und legen uns ein bisschen hin.

Am Nachmittag gehen wir mit unserem Notebook auf die Terrasse unserer Unterkunft und schreiben an unserem Blog. Obwohl es weiterhin frisch ist, lässt es sich dick angezogen gut in der Sonne aushalten. Nach einer Weile zieht es sich immer mehr zu und wir entscheiden uns, in den Aufenthaltsraum umzuziehen. Gegen 18 Uhr essen wir zu Abend. Dieses Mal gibt es Sherpa Stew (eine Suppe mit Gemüse und Reis) und zur Abwechslung eine Tomaten Käse Pizza. Nach dem Essen bearbeiten wir noch ein paar Fotos und spielen mit Nuri das Phase 10 Spiel vom Vorabend zu Ende. Wir machen uns bettfertig und gehen gegen halb zehn schlafen, um für unsere Tour am nächsten Tag nach Tyangboche auf eine Höhe von 3870 Metern fit zu sein.

Menü schließen