09.05.2019 Durch Rododendronwälder den Mount Everest immer vor Augen (Tag 39)

Der Wecker klingelt um sechs Uhr. Als wir aufstehen und die Vorhänge aufschieben sehen wir vor uns einen gigantischen Ausblick. Der Himmel ist blau und der Mount Kongde wird von der Sonne angestrahlt. Wir gehen ins Restaurant, zum Frühstück gibt es warmen Porridge mit Bananen. Dabei genießen wir den tollen Ausblick über Namche Bazar und den umliegenden Bergen. Pünktlich um 8 Uhr treffen wir uns mit unserem Guide Nuri mit gepackten Rucksäcke vor unserem Hotel und wir starten unseren Trek nach Deboche. Es ist zwar noch ziemlich kalt, doch die Sonne wärmt uns schnell auf, sodass wir unsere Mütze und die Handschuhe recht schnell ausziehen können.

Der erste Teil des Weges ist meist grade oder hat nur eine leichte Steigung. Dabei begleiten uns der Mount Everest, der Ama Dablam und die umliegenden Berge die ganze Zeit vor unseren Augen. Wir genießen die grandiose Aussicht während unserer Wanderung und kommen gut voran.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Das die Luft hier dünner sein soll, merken wir zum Glück bisher noch nicht. Immer wieder halten wir an und machen Fotos und Videos. Zum Ende des ersten Teils sehen wir, dass uns der Weg wieder etwas runter in ein Tal führt. Dort essen wir heute zu Mittag. Vom Weitem erkennen wir schon den Anstieg, den wir nach unserer Pause vor uns haben.

Nuri sagt uns, dass wir etwa zwei Stunden bergauf laufen werden. Die Serpentinen sind schon von Weitem gut erkennbar und wir hoffen, dass es nicht zu anstrengend wir. Immer wieder begegnen und Sherpa die schwere Lasten tragen.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Gegen 11 Uhr kommen wir an dem Restaurant an, an dem wir heute essen werden. Wir setzten uns in die Sonne und genießen die warmen strahlen auf unserer Kleidung. Wir essen zu Mittag, heute gibt es Maccaroni mit Tomatensoße und gebratene Nudeln. Anschließend lassen wir das Essen noch etwas sacken und quatschen ein bisschen mit Nuri da wir sehr gut in der Zeit liegen. Nach ca. 1.5 Stunden geht es weiter. Wir laufen den Berg hoch (650 Höhenmeter) und kommen doch besser mit dem Aufstieg zurecht als gedacht.

Wir haben mittlerweile ein gutes Tempo für uns gefunden, in dem wir nicht zu schnell aus der Puste kommen. Außer bei ein paar Trinkpausen, in denen wir uns nach ein paar Minuten super erholen müssen wir nicht anhalten. Oben angekommen erreichen wir den Ort Tengboche auf 3867m, in dem wir uns ein Kloster anschauen. Das Kloster sieht von innen sehr schön aus, die Wände sind komplett bemalt und zeigen die verschiedensten Bilder.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Wir halten uns zur Akklimatisierung noch etwas in Tengboche auf, da wir anschließend wieder etwas bergab laufen und in Deboche schlafen. Der Weg nach Deboche ist gesäumt von blühenden Rododendronbäumen, die Nationalblume von Nepal.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Der Ort ist ziemlich verschlafen und bis auf ein paar Lodges und einem geschlossenen Kloster gibt es nicht viel zu sehen. Als wir in Deboche ankommen strahlt noch die Sonne. Wir befinden uns mittlerweile auf knapp 3800 Metern. Die Zimmer sind schön aufgewärmt, dass dies aber leider nicht so bleibt, da die Wände nur aus Spanplatten bestehen ist uns sofort bewusst. Die andere Gruppe, die mit uns zusammen zum Flughafen gefahren ist und die wir auch schon in Namche Bazar getroffen haben ist auch da. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, gehen wir in den Aufenthaltsraum, wo auch schon die Anderen sitzen. Wir setzen uns zu ihnen, reden über den Tag und bestellen ein paar warme Getränke. Bei uns gibt es eine heiße Schokolade, einen Kaffee und zusätzlich eine Suppe.

Anschließend beschließen wir zusammen mit den Anderen ein wenig die Gegend zu erkunden.Der Himmel zieht sich jedoch immer mehr zu und wir können um uns herum keinen Berg mehr erkennen. Wir gehen zurück zum Hotel und verabreden uns zum Abendessen. Wir gehen auf unser Zimmer und legen uns etwas hin. Um halb 7 treffen wir uns mit den Anderen im Restaurant und essen gemeinsam. Diesmal gibt es bei uns Dal Baht und gebratene Nudeln. Anschließend bringen wir den Anderen das Spiel Phase 10 bei und wir spielen den restlichen Abend gemeinsam. Wir schlagen uns diesmal leider ziemlich schlecht und verlieren nur. 😀 Um halb 9 verabschieden wir uns und gehen zurück ins Zimmer. Wir packen unsere Taschen und Rucksäcke für den nächsten Tag und gehen schlafen. Morgen laufen wir auf 4400 m nach Dingboche.

10.05.2019 Obehalb der Baumgrenze (Tag 40)

Das erste Mal werden wir auf unserem Trek vom Wecker geweckt. Wir schieben den Vorhang zur Seite und haben einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge. Wir machen uns fertig für den heutigen Weg und gehen erst einmal zum Frühstück. Die Sonne scheint und Nuri fragt uns, ob wir draußen in der Sonne frühstücken möchten. In der Sonne ist es richtig warm und wir sind froh, dass wir uns zum draußen sitzen entscheiden haben und wir genießen unser Porridge mit Zimt bei der tollen Aussicht. Gegen kurz nach acht Uhr geht es los nach Dingboche. Glücklicherweise geht es heute nur mit einer leichten Steigung los und wir erreichen nach kurzer Zeit mal wieder eine Brücke, die uns über einen Fluss führt. Der Fluss begleitet uns die meiste Zeit unseres Treks.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Wir sind heute zunächst zusammen mit der anderen Gruppe (Amy, Dakotah und Pauwrek) welche wir von der fährt zum Flughafen kennen gelernt haben los gelaufen, jedoch merken wir ziemlich schnell, dass diese ein für uns viel zu schnelles Tempo haben und so entscheiden wir uns dafür, wieder unser Tempo zu gehen und die Anderen später wieder zu treffen. Die Anderen nehmen seid Beginn des Treks Diamox, welches unter Anderem hilft, besser und tiefer atmen zu können. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, erst dann das Medikament zu nehmen, sollten wir erste Symptome der Höhenkrankheit merken. Das erklärt aber natürlich, weshalb die Anderen ein schnelleres Tempo an den Tag legen können. Wir kommen trotzdem gut voran und müssen immer wieder einige Steigungen bezwingen.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Der Weg ist sehr steinig und uneben und die letzte halbe Stunde, wo wir auch die Höhe von über 4000 Metern erreicht haben ist sehr anstrengend. Nuri biegt in ein Restaurant ab und wir können schön die Anderen dort sitzen sehen. Wir sind sehr froh, uns nun erst mal ausruhen und stärken zu können und hoffen, dass wir nach der Pause wieder fitter sind. Wir bestellen uns zur Abwechslung jeder eine Pizza, sind jedoch etwas enttäuscht, als Nuri uns diese bringt. Die Portionen waren bisher immer sehr groß, sodass man bei der körperlichen Anstrengung wieder Energie bekommt. Die Pizza ist leider alles andere als groß. Der Durchmesser ist nicht größer als Carina Hand.

Wir gucken uns an und fragen uns, wie wir davon satt werden sollen. Nachdem wir aufgegessen und noch ein wenig gequatscht haben geht es weiter. Wir merken deutlich, dass uns die Pause gut getan hat und die Stufen und das bergauf laufen fällt uns nun wieder viel leichter. Etwas frustrierend ist, dass wir auf dem Trek immer wieder schon von Weitem sehen, dass uns der Weg runter in ein Tal führt um danach wieder bergauf zu laufen. Ist man doch eigentlich froh, dass man so an Höhe gewonnen hat. Auch jetzt sehen wir schon von Weitem, dass wir wieder runter in ein Tal über eine Brücke laufen müssen, um anschließend über Serpentinenwege wieder an Höhe zu gewinnen.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Glücklicherweise kommen wir mit der Steigung wesentlich besser zurecht als erwartet und können oben angekommen in der Ferne unser heutiges Ziel sehen. Wir grinsen uns an und freuen uns, es so weit geschafft zu haben. Mit dem Ziel vor den Augen bekommen wir nochmal einen richtigen Energieschub und die letzte halbe Stunde vergeht wie in Fluge. Wir sind nun mittlerweile auf einer Höhe von 4400 Metern angekommen und haben morgen unseren zweiten Akklimatisierungstag. Auf den Weg zu unserer Unterkunft zeigt uns Nuri den Berg, den wir am nächsten hoch laufen werden.

Der Berg ist 5100 Meter hoch und der Weg dorthin soll sehr anspruchsvoll sein. Er sagt, dass man erfahrungsgemäß keine Probleme mehr hat das Base Camp zu erreichen, wenn man die Spitze dieses Berges erreicht. Wir laufen durch das Dorf und erreichen bei einem der letzten Gebäude unsere Unterkunft (Grand Himalaya View Lodge) für die kommenden zwei Tage. Wir bringen unsere Rucksäcke aufs Zimmer und überlegen, was wir am Nachmittag noch machen können. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft haben wir ein gemütliches Kaffee gesehen und so laufen wir die kurze Strecke dorthin. Wir kommen nach wenigen Gehminuten im Himalaya Kaffee an und sehen, dass dies gut besucht und sehr gemütlich eingerichtet ist. Nachdem wir unsere Jacken ausgezogen haben, merken wir, dass der Ofen läuft und wir fühlen uns richtig wohl. Es gibt hier eine große Auswahl an Getränken und wir entscheiden uns für eine heiße Schokolade und einen Milchkaffee.

Da die heiße Schokolade so lecker schmeckt, teilen wir uns noch eine Zweite. Anschließend laufen wir zurück zu unserer Unterkunft, setzen uns in den Aufenthaltsraum, schreiben an unserem Blog und spielen mit Nuri Karten. Zwischenzeitlich essen wir noch zu Abend und gehen gegen 21 Uhr aufs Zimmer. Wir machen uns fertig, packen den Rucksack für den nächsten Tag und schlafen relativ schnell ein.

11.05.2019 Wir knacken die 5000 Meter (Tag 41)

Wir werden beide gegen 5.30 Uhr wach, dösen aber noch ca. eine Stunde bis der Wecker klingelt vor uns hin, da wir erst um 7.30 Uhr zum Frühstücken verabredet sind. Heute gibt es bei uns beiden Porridge mit Honig. Heute ist unser zweiter Akklimatisierungstag, an dem wir auf den 5100m hohen Nangkartshang wandern möchten. Um kurz nach acht Uhr machen wir uns dann auf den Weg Auf dem ersten Stück geht es nur leicht nach oben. Danach wird es langsam steiler und man muss genau schauen wo man hintritt, um nicht wegzurutschen oder über Steine zu stolpern.

Wir wählen wieder ein langsames Tempo und kommen trotzdem gut voran. Je höher es geht, desto häufiger legen wir kleine Erholungs- und Trinkpausen ein, fühlen uns aber nach wenigen Minuten immer wieder fit um den Anstieg fortzusetzen. Wir können immer mehr vom den umliegenden Bergen sehen und die Aussicht ist gigantisch.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Alle Berge werden vom der Sonne angeleuchtet und die Bilder die wir machen, sehen mit dem blauen Himmel super aus. Auf dem Weg hinauf treffen wir Amy, Dakotah und Paulwrek. Sie erzählen uns, dass sie es bis auf eine Höhe von 4800 Metern geschafft haben und mittlerweile auf dem Rückweg sind. Sie fragen uns, wie hoch wir gehen möchten und wir sagen, dass wir versuchen werden bis zur Spitze auf 5100 Meter zu kommen. Sie wünschen uns noch viel Erfolg und wir gehen weiter. Nach etwas über zwei Stunden können wir die Spitze erkennen.

So langsam hat man wirklich ganz schön zu kämpfen und wir fragen Nuri wie lange wir ungefähr noch brauchen. Er sagt uns, dass es noch ca. 30 Minuten sein dürften. Diese Aussage gibt uns noch mal einen richtigen Schub und wir setzen den Aufstieg fort. Nach knapp drei Stunden kommen wir oben an und sind tierisch stolz auf uns. Am Vortag hatte uns Nuri gesagt, dass er davon ausgeht, dass wir für den Anstieg etwa dreieinhalb Stunden brauchen. Dadurch das wir es trotz unseres langsamen Tempos so schnell angekommen sind, freuen wir uns noch viel mehr. Wir machen schönes Fotos von der Landschaft und auch Eins mit Nuri und Amish zusammen.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Langsam ziehen von allen Seiten immer mehr Wolken auf und nach kurzer Zeit sehen wir vor uns nur noch eine weiße Wand. Es kommen Erinnerungen an die Avatar Berge in China hoch und wir hoffen, dass sich die Wolken bis wir den Rückweg antreten wieder etwas verziehen. Langsam laufen wir wieder bergab und kommen auch hier gut voran. Es ist ziemlich windig und wir ziehen uns noch etwas unter, damit wir uns auf dem Weg nach unten nicht verkühlen. Die Sicht wird auch wieder besser, wenn auch in der Ferne wieder neue Wolken aufziehen. Auf dem Weg nach unten machen wir noch ein paar Bilder.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Wir sind überrascht, dass wir bereits nach ca. anderthalb Stunden unten an der Unterkunft ankommen. Wir haben insgesamt ca. 4 ,5 Stunden gebraucht, was eine wirklich sehr gute Zeit ist. Kaputt aber super glücklich und stolz kommen wieder an unserer Lodge an. Wir essen kurz zu Mittag und gehen danach aufs Zimmer um ein wenig zu schlafen. Die letzten Stunden haben doch ein wenig Spuren hinterlassen und so tun die anderthalb Stunden Schlaf wirklich gut. Nachdem wir wieder einigermaßen wach geworden sind laufen wir noch einmal zu dem Himalaya Kaffee und bestellen uns eine große Kanne heißes Schokolade.

Nepal, Mount Everest Basecamp Trek

Gegen 18 Uhr laufen wir zu unserem Hotel zurück und essen gegen halb sieben zu Abend. Den restlichen Abend unterhalten wir uns mit Nuri und spielen wieder Phase 10. Gegen 21 Uhr gehen wir schlafen um für unsere Strecke am nächsten Tag nach Lobuche fit zu sein.

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