29.01.2020 Wir erkunden Valparaiso (Tag 305)​​​​​​

Die Nacht im Bus war erstaunlich gut und wir haben beide gut geschlafen. Gegen Mittag kommen wir am Busterminal von Valparaiso an. Da unser Hostel nicht alt zu weit weg ist, laufen wir vom Busterminal zu Fuß. Zum Glück fühlen wir uns nach der 23 1/2 stündigen Busfahrt beide fit und sind nicht wirklich müde. Wir können direkt einchecken und bekommen sogar ein Vierbettzimmer, obwohl wir eigentlich ein Sechsbettzimmer gebucht haben. Als uns der Mitarbeiter dann noch mitteilt, dass wir die Einzigen bleiben werden und uns die Betten frei aussuchen können, ist die Freude noch größer. So haben wir für die nächste Nacht sogar ein Privatzimmer.

Als wir in Valparaiso angekommen sind, war es noch ziemlich bewölkt und nebelig. Mittlerweile ist die Sonne raus gekommen und wir wollen uns ein bisschen die Stadt anschauen. Bereits nach einer halben Stunde zu Fuß durch die Stadt merken wir ziemlich schnell, dass Valparaiso auf Hügeln gebaut ist. Immer wieder laufen wir lange und steile Treppen hoch und kurze Zeit später wieder hinunter. Zuerst geht es durch ein Viertel in dem es recht viel Streetart gibt. Uns fällt allerdings auch sehr schnell auf, das die Stadt sehr dreckig ist und es in vielen Ecken ganz schön unangenehm riecht. Wirklich lange aufhalten will man sich auf einigen Treppen und in einigen Straßen nicht. Kurze Zeit später erreichen wir den Kulturpark, von dem man ein bisschen über die Stadt und die Küste blicken kann. Nicht weit entfernt liegt ein weiterer Aussichtspunkt, von dem sogar einer der vielen Fahrstühle hinunter in einen tiefer gelegenen Stadtteil fährt. Bei den steilen Treppen ist es verständlich, dass die Anwohner diese nicht jeden Tag laufen wollen.

Streetart Valparaiso Chile
Küste Valparaiso Chile

Über einen weiteren Aussichtspunkt, von dem man aber nicht viel mehr als bei dem vorherigen sieht, kommen wir zum Sotomayor Platz. Dieser Platz ist bekannt für das Armada da Chile Gebäude und das Monument für die Marinesoldaten, die bei der Seeschlacht von Iquique ihr Leben verloren haben. Hier findet heute sogar ein Markt statt über den wir schlendern.

Monument für die Marinesoldaten Valparaiso Chile
Armada da Chile Gebäude Valparaiso Chile

Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir an der Promende zurück zu unserem Hostel laufen können. Leider führt dort aber durchgehend die Bahn lang und direkt dahinter liegt ein langgezogenes Hafengelände. Somit gehen wir in einer Nebenstraße langsam in Richtung Hostel und trinken auf dem Weg dahin noch einen Kaffee. Anschließend gehen wir einkaufen und arbeiten nachdem wir wieder im Hostel angekommen sind auf der sonnigen Dachterrasse etwas am Notebook. Nachdem wir heute eigentlich bereits alles wichtige und vermeintlich schöne was die Stadt zu bieten hat gesehen haben, sind sind wir uns einig, dass Valparaiso nicht zu unseren Lieblingsstädten gehört, die anderthalb Tage vollkommen ausreichen und wir nicht ganz nachvollziehen können warum die Stadt so “gehypt” wird. Als wir am Abend noch einmal zum Supermarkt wollen sehen wir, dass auf einmal am Plaza Viktoria eine Demonstration in vollem Gange ist. Wir sehen Straßenblockaden, Sachen auf der Straße brennen und die Polizei ist bereits mit Wasserwerfern und einer größeren Anzahl von Beamten vor Ort. Wir beschließen lieber wieder zurück zum Hostel zu gehen, da man ja auch nicht weiß wie sich die Lage entwickelt und wir an unserem letzten Tag in Chile nicht noch riskieren wollen mitten in einer Demo zu stecken. Auf der Dachterrasse lassen wir uns leckere Wraps schmecken und planen anschließend unseren weiteren Reiseablauf nach Kolumbien.

30.01.2020 Es heißt schon wieder Abschied nehmen (Tag 306)​​​​​​​

Unseren letzten vollen Tag in Chile lassen wir ziemlich entspannt angehen. Mit dem ausschlafen klappt es aber leider nicht ganz so wie erhofft, da in der Wohnung neben unserem Zimmer jemand meint eine Party am Morgen feiern zu müssen. Unser Frühstück lassen wir uns auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt schmecken. Die nächsten Stunden verbringen wir mit Flugpreisvergleichen, Planung von Kolumbien und der Karibik und anderen Kleinigkeiten die immer mal wieder so anfallen.

Auf einmal kommt der Hostelmitarbeiter, der uns am Morgen davor schon so herzlich empfangen hat nach oben. Wir verquatschen uns die nächsten Stunden und tauschen uns über die verschiedensten Erlebnisse und Planungen für die Zukunft aus. Plötzlich ist es schon drei Uhr nachmittags und wir wollen uns noch ein wenig die Beine vertreten. Wir laufen zum Bahia Portena Steg, von dem man eine gute Sicht auf die Stadt haben sollen. Auf dem Weg dahin kommen wir wieder an einigen mit Graftitti beschmieren Hauswänden, Staatsgebäuden, Staturen und Monumenten vorbei. Des Weiteren sind einige Lampen und Ampeln ziemlich beschädigt.

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Die Proteste der letzten Wochen und Monate haben in Valparaiso schon ziemlich ihre Spuren hinterlassen. Am Steg ankommen ist die Sicht dann doch eher unspektakulärer als gedacht. Aber zumindest sind wir bei dem sonnigen Wetter noch einmal etwas spazieren gegangen. Wir laufen zurück zum Hostel und gehen auf den Weg noch einkaufen. Die nächsten Stunden genießen wir das schöne Wetter auf der Dachterrasse und dürfen sogar den ganzen Tag unser Zimmer und auch die Dusche kostenfrei nutzen, da aktuell wenig Gäste da sind. Auch wenn wir nur eine Nacht da sind, fühlen wir uns in der Unterkunft und bei den super freundlichen Mitarbeitern pudelwohl. Zum Abschluss gibt es noch einmal Wraps und ein “Good Bye” Chile Bier bei dem wir die Wochen in Chile noch einmal revue passieren lassen. Die Zeit ist dann doch wieder viel zu schnell vergangen und wir sind ein bisschen traurig, da wir ein weiteres Land auf unserer Weltreise bereits wieder verlassen. Gegen halb zehn geht es mit den Uber zum Busterminal, da wir von dort aus mit dem letzten Bus am Abend bereits zum Flughafen fahren um am nächsten Morgen von Santiago aus nach Cali in Kolumbien zu fliegen.

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