18.04.2019 Ankunft mit Hindernissen (Tag 18)

Heute müssen wir wieder früher aufstehen, denn heute fahren wir nach Yichang. Eigentlich hatten wir diese Stadt gar nicht auf dem Zettel. Wir wollten ursprünglich von Chengdu nach Zhangjiajie fahren. Doch leider hätte diese Verbindung ca. 13 Stunden gedauert und wir hätten in Yichang umsteigen müssen. Um das Ganze etwas aufzulockern haben wir geschaut, ob es in Yichang etwas Interessantes zu besichtigen gibt und festgestellt, dass dort der Drei-Schluchten-Damm liegt, der größte Staudamm der Welt. Lange haben wir nicht überlegt und haben uns dazu entschieden, in Yichang zwei Nächte zu bleiben.

Also geht es los, zum Bahnhof. Dort angekommen finden wir wieder schnell unseren Wartebereich. In ca. 45 Minuten geht das „Boarding“ los. Die Zeit ging gottseidank schnell vorbei und so haben wir uns mit unseren Rucksäcken auf dem Weg zum Check In gemacht. Dort sehen wir mal wieder eine riesen Menschenmasse. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Was aber komisch ist, ist dass das Boarding noch nicht begonnen hat und das, obwohl unser Zug eigentlich in ein paar Minuten abfahren soll. Alle um uns herum schauen nervös und verwundert. Eine Mitarbeiterin kam mit einem Megaphon und hat den Menschen etwas zugerufen. Leider nur auf chinesisch. Die Abfahrtszeit auf der Anzeigetafel ist auch verschwunden. Mhm komisch. Wir beobachten die andere große Anzeigetafel in der Ferne und sehen auf einmal, dass der Zug verspätet ist. Leider ohne neue Abfahrtszeit. Na toll, dachten wir uns, ist hier ja schon wie bei der deutschen Bahn 😀

Nach ca. 20 Minuten wird dann eine neue Abfahrtszeit angezeigt. Um 11 Uhr soll es los gehen. Wir warten noch weitere 25 Minuten und dann geht es endlich los. Die Menschen drängeln sich, wild durch die Gegend rufend Richtung Rolltreppe, wir entscheiden uns die leere Treppe zu nehmen und kommen in unserem Zugabteil an, welches noch komplett leer ist. Wir verstauen unsere Rucksäcke und setzen uns. So langsam kommen die Anderen an und wir sind froh, dass wir uns schon den Platz auf der Ablagefläche für unsere Rucksäcke gesichert haben. Schnell wird es laut im Zug, da alle wild durch die Gegend rufen und wir setzen uns unsere Kopfhörer auf und fangen an, am Laptop zu arbeiten.

Die Zeit im Zug vergeht wieder wie im Flug und wir kommen nach sechs Stunden Zugfahrt mit ca. einer Stunde Verspätung in Yichang an. Wir werden von der schwülen Hitze erschlagen. Es sind knapp 30 Grad und es ist sehr drückend.

Wie immer gehen wir erst mal zum Ticketschalter und kaufen uns Tickets für unsere Weiterfahrt in zwei Tagen.

Anschließend steigen wir in den Bus und fahren ca. 40 Minuten bis in die Stadt. Wir steigen aus und orientieren uns kurz. Unser Hotel liegt auf einer leichten Steigung. Na toll, mit den Rucksäcken wird das ganz schön schweißtreibend. Endlich am Hotel angekommen sehen uns die fragenden Gesichter an der Rezeption an. „Sorry, no reservation under this name!“, sagt die Mitarbeiterin zu uns. Carina zeigt ihr die Buchungsbestätigung auf ihrem Handy. Dann erfahren wir, dass wir in dem falschen Hotel sind. Wir dachten, dass kann doch nicht wahr sein. Wir gucken im Internet, wo sich das richtige Hotel befindet. 1,5 Kilometer Entfernung zeigt uns unsere Navigationsapp an. Ein Glück, liegt das Hotel nicht auf der anderen Seite der Stadt.

Wir schnappen uns unsere Rucksäcke und laufen los. Den Berg wieder runter, über die Kreuzung, Richtung Hotel. Wir laufen über den Nachtmarkt und werden von den Leuten wie Aliens angeguckt. Nicht das erste Mal auf unsere Reise 😀

Wir gehen in eine Nebenstraße. Hier soll sich eigentlich unser Hotel befinden. Doch hier ist kein Hotel. Mittlerweile sind wir komplett nass geschwitzt und möchten einfach nur unsere Rucksäcke absetzen und uns kaltes Wasser ins Gesicht machen.

Wir fragen eine Mitarbeiterin in einem Lokal, wo sich das Hotel befindet (die Rezeptionistin hat uns netterweise die Adresse auf chinesisch aufgeschrieben). Diese schien nicht groß überrascht über unsere Frage. Scheinbar sind wir nicht die Ersten, die nach dem Weg fragen. Sie führt uns durch eine kleine Gasse und dann sehen wir das Hotel (Luck 7 Inn CBD) von Weitem. Gottseidank. Endlich geschafft. Wir checken ein und gehen aufs Zimmer.

Nachdem wir uns kurz ausgeruht und frisch gemacht haben gehen wir zu dem Nachtmarkt, wo wir schon auf dem Weg zum Hotel lang gelaufen sind.

Hier gibt es ein Essenstand nach dem Nächsten. Von Spießen, über gebratene Nudeln und Reis, Muscheln, Fisch, Fleisch, Früchten und Getränke ist alles dabei. Häufig kann man sich die Zutaten für sein Gericht selbst zusammen stellen und dieses wird frisch vor den eigenen Augen zubereitet. Wir finden einen Stand, der diese leckeren „Pfannkuchen“ zubereitet, die wir auch schon in Peking und Xi‘an gegessen hatten. In den letzten Tagen haben wir diese ziemlich vermisst und so brauchen wir nicht lange und bestellen uns jeder einen.

Nachtmarkt Yichang China

Belegt wird dieser mit Ei, Tomaten, Lauchzwiebeln, Koriander, Salat und einer Art Waffel. Anschließend wird das Ganze mit einer dunklen Soße bestrichen und wir haben auch noch etwas Chili mit drauf machen lassen. Wir lassen es uns schmecken und spazieren über den Markt. Weil es so lecker geschmeckt hat, holen wir uns bevor wir zum Hotel gehen noch einen Pfannkuchen. Adriano nimmt diesmal noch Fleisch mit rein. Wir gehen zurück zum Hotel, kaufen uns noch Frühstück für den nächsten Tag und gehen schlafen.

19.04.2019 Der größte Staudamm der Welt (Tag 19)

Da es heute regnen soll haben wir uns keinen Wecker gestellt. Das Ausschlafen klappt leider nicht mehr wirklich gut, und wir wachen beide um kurz nach 8 Uhr auf.

Wir frühstücken und machen uns fertig. Wir haben gestern schon versucht herauszufinden, wie wir zum Staudamm kommen, doch leider haben wir nichts gefunden, was uns hilft. Also gehen wir runter zur Rezeption und fragen dort nach. Über Google-Translator funktioniert das hier in China bisher super und so erfahren wir, dass es einen Shuttlebus gibt, der zum Drei-Schluchten-Damm fährt. Sie empfiehlt uns, mit dem Taxi zum Shuttle zu fahren.

Wir packen kurz unseren Rucksack und ein Mitarbeiter des Hotels ruft ein Taxi für uns. Nach ca. 15 Minuten fahrt sind wir am Bus angekommen. Wir kaufen uns noch schnell ein Ticket (10 Yuan, ca. 1,30€ p.P.) und steigen in den Bus (Bus 216). Dieser fährt uns in 45 Minuten zum Touristenzentrum des Staudamms.

Wir können aus verschiedenen Ausflügen wählen, entscheiden uns unter Anderem auch aufgrund des Wetter gegen eine Bootstour und wählen die Besichtigung des Damms von drei verschiedenen Aussichtsplattformen (35 Yuan, ca. 4,60€ p.P.).

Wir werden mit dem Shuttlebus zur ersten Plattform gebracht und sehen vor uns einen Hügel, der durch Rolltreppen zu erreichen ist. Wir fangen an zu lachen. Wie skurril ist das denn? Neben jeder Rolltreppe steht ein Mitarbeiter, der aufpasst, dass man sich nach dem Betreten der Rolltreppe am Geländer festhält.

Oben angekommen sehen wir dieses gigantische Bauwerk zum ersten Mal.

Drei-Schluchten-Staudamm Yichang China
Drei-Schluchten-Staudamm Yichang China

Wow ist das riesig. Wir lassen das Ganze erst mal auf uns wirken und laufen zu den verschiedenen Punkten der Plattform. Dort machen wir ein paar Fotos und Videos. Die Sonne zeigt sich auch zwischendurch und wir hoffen, dass die Wettervorhersage nicht stimmt und es weiterhin trocken bleibt.

Zu Fuß gehen wir zur zweiten Aussichtsplattform. Hier sind wir um einiges näher an dem Staudamm und sehen ihn von der Anderen Seite. Der Drei-Schluchten-Staudamm ist der größte Staudamm der Welt. Er ist 185 Meter hoch und über 2300 Meter lang. Er beherbergt auch das größte Wasserkraftwerk der Welt und der durch den Staudamm entstandenen See, welcher über 660 Kilometer lang ist, ist der längste Stausee der Welt. Der Stausee fließt auch durch die drei berühmten Schluchten (Qutang-, Wu-, und Xiling-Schlucht), weshalb er auch Drei-Schluchten-Damm genannt wurde. Der Damm dient nicht nur der Energiegewinnung. Das Gebiet litt vor dem Bau immer wieder über schlimme Überschwemmungen, wodurch viele Menschen starben. Daher wurde der Bau vor Allem auch zum Schutze der Bevölkerung gebaut.

Wir lassen wieder die Aussicht auf der zweiten Plattform auf uns wirken und gehen zum Bus, der uns zur dritten und letzten Plattform bringt.

Über eine Brücke kommen wir zur anderen Seite des Flusses und sehen den Staudamm nochmal von einer anderen Perspektive. Wir setzten uns mit Blick auf den Damm auf eine Bank und essen etwas.

Drei-Schluchten-Staudamm Yichang China

Leider fängt es etwas an zu regnen. Dies stört uns zunächst aber nicht, da es eine angenehme Abkühlung bei dem warmen, schwülen Wetter ist. Gottseidank hört es auf zu regnen und wir spazieren zurück zum Bus. Wir fahren mit dem Shuttlebus zurück zum Touristenzentrum und steigen nach einer kurzen Wartezeit in den Bus 216 ein, der uns zurück nach Yichang bringt. Dort angekommen, sehen wir, dass es eine Bushaltestelle gibt. Da wir eigentlich nicht wieder mit dem Taxi zum Hotel fahren wollen gucken wir, ob der Bus in die Richtige Richtung fährt. Tatsächlich tut er dies uns so fahren wir für 2 Yuan (ca. 0,20€) pro Person zu unserem Hotel. Der Bus (B34) hält glücklicherweise direkt vor der Straße zum Nachtmarkt (Haltestelle: CBD Shang Wu Zhong Xin) und so laufen wir nur ein paar Minuten bis zu unserem Hotel.

Wir legen unseren Rucksack ab und entscheiden uns dazu, noch ein wenig die Gegend zu erkunden. Wir laufen durch einige Nebenstraßen und durch einen Park. Auf dem Rückweg laufen wir erneut über den Nachtmarkt.

Nachtmarkt Yichang China

Wir entscheiden uns dafür, frisch gebratene Nudeln zu essen. Wir konnten aus den verschiedensten Zutaten wählen und das Gericht wurde frisch vor unseren Augen zubereitet. Die Nudeln haben uns umgerechnet knapp 1 Euro pro Person gekostet. Nur mit dem Chili sollte man vorsichtig sein. Wir haben zwar gezeigt, dass wir nur ein bisschen Chili haben möchten, der Mund hat aber trotzdem ordentlich gebrannt 😀

Eigentlich sind wir schon satt, doch wir können einfach nicht an dem Pfannkuchenstand vorbei gehen und so holen wir uns beide noch einen. Wir laufen zurück zum Hotel, essen unseren Pfannkuchen und gehen duschen.

Anschließend sortieren wir noch ein paar Fotos und Videos aus und kommen ENDLICH dazu, mal ein paar neue Bilder bei Instagram hochzuladen. Da auch dies nur mit VPN funktioniert und wir immer noch so starke Verbindungsprobleme haben klappt es leider seltener als erhofft. Wir hoffen Ihr seid uns nicht böse 🙂

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